Einen Überblick verschaffen

Einen Überblick verschaffen

Motiviert von unseren Partnergesprächen machten wir Erkunder uns letzten Samstag auf die Reise nach Nkoumise-Sud. Für die 70 km aus der Hauptstadt raus brauchten wir stolze 3 Stunden. Dies lag vor allem an der Qualität der Straßen, die nach Regenfällen komplett aufweichen und sehr uneben waren.

Kaum waren wir am Haus unseres Freundes Daniel Bilong und dessen Familie angekommen, wurde auch schon das traditionelle Begrüßungslied der Bassa angestimmt und wir tanzten gemeinsam dazu. Bei der darauffolgenden Begrüßungszeremonie lernten wir das Dorfoberhaupt, die Bürgermeisterin, den Frauenverein und viele weitere wichtige Personen des Dorfes kennen. Für uns wirkte das Dorf bereits sehr gut organisiert. Diese Einschätzung bestätigte sich im Laufe der nächsten Tage, denn wir lernten die Arbeit der verschiedenen Dorfkomitees kennen. Nachdem alle Formalitäten an diesem Tag geklärt waren, wurden Getränke und Speisen gereicht. Wie als Gast in einem fremden Land üblich stellten wir diese als Gastgeschenk zur Verfügung. Außerdem durften wir ein lokales Erzeugnis - den Palmwein - probieren.

Am darauffolgenden Tag stand das Kick-Off-Meeting an. Anwesend waren alle Entscheidungsträger des Dorfes sowie das lokale Wasserkomitee. Hier wurde an uns die Wasserproblematik herangetragen, deren Beseitigung für alle Beteiligten als der erste notwendige Schritt für die Dorfentwicklung identifiziert wurde. Wir entschieden gemeinsam, dass die nächsten Tage dafür genutzt werden sollten die Trinkwasserentnahmestellen zu besichtigen. Mit dieser Erkundung begangen wir am nächsten Tag. Da die Bassa die Gräber ihrer Vorfahren, die auf ihren Grundstücken begraben sind, nicht verlassen, wird nicht zentriert gebaut sondern die einzelnen Häuser stehen weit voneinander entfernt. Um einzelne Ortsteile zu erkunden, musste aufgrund der langen Fußmärsche somit immer ein halber Tag angesetzt werden.

Die Besichtigung der Wasserentnahmestellen verlief sehr produktiv, was wir vor allem Stanislas Bessoh Bell, einem Mitglied unseres Partners ESF, zu verdanken hatten. Der Geologe half uns bei der Analyse der vorliegenden Bodenbeschaffenheiten.

Parallel zur Wassererkundung lernten wir die letzten Tage auch viel über den Anbau von Kakao und Palmöl. Wir erfuhren auch, dass der Kakao nur in 4 Monaten im Jahr verkauft werden kann, sodass in den restlichen 8 Monaten dem Dorf kaum finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Dies macht es schwierig, die geplanten Projekte der einzelnen Komitees zu realisieren.

Insgesamt fühlten wir uns in den ersten 5 Tagen Dorfleben sehr gut aufgenommen. Die Ostertage werden wir in einer Pfarrei in Nkeng-Likok verbringen um uns auf die nächsten 2 Wochen Arbeit im Ort vorzubereiten.