Alumnitreffen

Alumnitreffen

Dieses Jahr wollen wir nicht nur den Kurs ein weiteres Mal durchführen, sondern auch die Projektdurchführung des letzten Jahres evaluieren. Dazu werden wir in der kommenden Woche nach Taca Copa reisen, um zum einen die Öfen auf ihre Effizienz und Leistung zu testen und zum anderen um zu schauen, ob die Öfen auch tatsächlich von den Bewohnern genutzt und akzeptiert werden.

Im Vorfeld dieser Reise war es uns jedoch genauso wichtig, die Schüler des letzten Jahres zu treffen und mit ihnen die Erfahrungen Revue passieren zu lassen. Ein Termin und ein Restaurant sind mit der Hilfe von Hervas, eines Alumnus, der bereits in der ersten Unterrichtsstunde von Omar am vergangenen Freitag von seinen Erfahrungen berichtete, schnell gefunden. Am Tag des geplanten Alumni Treffens ist es vor unserer Haustür jedoch verdächtig ruhig. Während des Frühstücks hören wir im Radio, dass es mehrere Bloqueos (Straßensperren von Demonstranten) in und um Cochabamba gibt. Nachdem Christoph noch mehr Informationen über die Demonstrationen recherchiert hat, ist uns klar, dass wir eine kleine Odyssee auf uns nehmen müssen, um ins 12 Kilometer entfernte Quillacollo zu gelangen. Es ist praktisch unmöglich aus Cochabamba herauszukommen, da alle Zufahrtsstraßen durch quergestellte Busse, Autoreifen, oder Holzteile versperrt sind.

Nach einiger Suche findet sich dann doch noch ein Taxifahrer, der sich bereit erklärt uns an den Sperren vorbei zu manövrieren. Am Restaurant angekommen der nächste Schock. Das Restaurant, das Elvas herausgesucht hatte, hat am Mittwoch Ruhetag. Auch das nächste Restaurant, das wir nach 30 Minuten Fußweg durch die Mittagshitze erreichen, ist geschlossen. Wir treffen Elvas und drei seiner ehemaligen Mitschüler an der Hauptstraße. Nach einiger Überzeugungsarbeit, erklärt sich die Besitzerin des dritten Restaurants, das wir ansteuern, bereit, nur für uns eine Ausnahme zu machen und uns am Ruhetag in den tollen Garten des Restaurants zu lassen.

Bei Speis und Trank erzählen uns die ehemaligen Schüler von ihrem weiteren Werdegang, nachdem sie im letzten Jahr das ITS verlassen hatten. Mittlerweile arbeiten sie in der Industrie als Mechaniker, denken aber noch immer an die schöne Zeit während des Kurses zurück. Besonders die Woche, in der die Kochstellen mit den Bewohnern in Taca Copa gebaut wurden, bleibt ihnen in sehr guter Erinnerung. Sie sind sich einig, dass es eine wichtige Erfahrung für sie war, aus der sie auch in Zukunft noch schöpfen können. Dass sie mit den Bewohnern zusammenarbeiten und für eine Woche zusammenleben konnten, beschrieben sie als prägend. Andere Lebensverhältnisse kennenzulernen und Menschen mit ihrem erlernten Wissen zu helfen, waren laut den Alumnis die wichtigsten Erfahrungen. Uns freut es besonders zu hören, dass zwei von ihnen auch in ihrem Umfeld eine Kochstelle gebaut haben. Außerdem konnte ein weiterer Alumnus die Kochstellen in seiner Heimatgemeinde vorstellen. Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass mehr der ehemaligen Schüler zu dem Treffen erscheinen. Dennoch haben wir den Eindruck, dass der Kurs einen Leuchtturmeffekt ausgelöst hat, und die Alumni als Multiplikatoren das Erlernte verbreiten können.