Bauplanungsreise nach Haiti: Reisebericht
Im Juni verbrachten Jörg, Rolf und Robin zwei ereignisreiche Wochen auf Haiti. Im Nachgang zu dieser doch anstrengenden Zeit folgt nun endlich auch der Bericht in diesem Blog.
Ziel der Reise war es einerseits, Kontakte zu Baufirmen und anderen Organisationen zu knüpfen und zu intensivieren. Andererseits wollten wir eine genaue Bestandsaufnahme der bestehenden Wasserversorgungs-Infrastruktur im Gebiet von Tête L'Étang und Vieux-Bourg-d'Aquin machen, um anschließend die Reparaturarbeiten planen, budgetieren und ausschreiben zu können.
Auf unserer Reise begleitete uns Olivier, ein erfahrener Wasserbau-Ingenieur im Ruhestand und Mitglied unserer französischen Partnerorganisation ESD. Die Reisekosten finanzierten wir mit Hilfe von ESD und dank der privaten Spenden, die wir auf unserer betterplace-Seite einsammeln konnten.
Wegen knapper Urlaubstage und der angespannten Sicherheitslage in Haiti war unser Aufenthalt auf knapp zwei Wochen beschränkt, die wir entsprechend mit Aufgaben und Aktivitäten vollpackten. So führten wir direkt nach unserer Ankunft in der Hauptstadt Port-au-Prince Gespräche mit lokalen Unternehmern, deutschen Entwicklungshelfern und haitianischen Politikern - immerhin in angenehmer Atmosphäre mit Fruchtshakes und im Hintergrund laufenden EM-Fußballspielen.
Ab dem zweiten Tag widmeten wir uns dann unserer Hauptaufgabe. Mit Unterstützung des lokalen Wasserkomitees begingen und vermaßen wir das gesamte bestehende Wasserleitungssystem von der Quelle Pia in den Bergen bis zum über 20 km entfernten Tête L'Étang. Wir schossen unzählige Fotos von defekten Stellen und diskutierten mit den Locals, dem Wasserkomitee und auch untereinander, wie man das Leitungssystem reparieren und die Wartung zukünftig sicherstellen könnte.
Besondere Unterstützung bekamen wir dabei von unseren lokalen Partnern HPE und ADESERH. Dabei wohnten wir die ganze Zeit bei Bernard, dem Gründer von ADESERH, der uns für die Arbeit auch seinen Wagen zur Verfügung stellte. Bernard treibt die Aktivitäten zur Rehabilitierung der Wasserversorgung sehr voran und brachte uns auch in die umliegenden Gemeinden, um dort auszuloten, ob man das Wassernetz sogar noch vergrößern könnte.
Nach fleißigem Begehen, Sichten, Messen und Aufzeichnen konnten wir unsere Arbeit gerade rechtzeitig vor unserer Abreise abschließen. Mit nach Hause nehmen wir weitere unvergessliche Eindrücke ebenso wie maximale Motivation, die schwierige Wasserversorgungslage in Tête L'Étang und der ganzen Umgebung nachhaltig zu verbessern. In den nächsten Monaten steht nun die Auswertung der Ergebnisse an. Im Herbst wollen wir Arbeitstreffen mit ESD abhalten, um über die Ausbaustufen des Wassersystems und passende Finanzierungskonzepte zu diskutieren.
Herzlichen Dank an alle Spender, die unsere Reise finanziert haben, und an unsere Partner, Freunde und Gastgeber in Frankreich und in Haiti!