Uganda: Aufbau des Kshek Vocational Skills Center in Kapchorwa

UGA-IOG19

Uganda: Aufbau des Kshek Vocational Skills Center in Kapchorwa

Aufbau des Kshek Vocational Skills Center in Kapchorwa

UAG-IOG19
UGA-IOG19
Partnerorganisation:
Kshek Rural Development Foundation (KRDF)
Projektphase:
  • Planungsphase
  • Umsetzungsphase
  • Abgeschlossen
Planungs­phase
Umsetzungs­phase
Abge­schlossen
Gesamtbudget:
ca. 0,00 Euro
Standort:
Uganda
Projektzeitraum:
bis
Themen:
Erneuerbare Energien
Hoch- und Brückenbau
Wasser- und Sanitärversorgung
Nachhaltigkeitsziele:
(SDGs der UN)
Projektleitung:
Mario Reidl

Ausgangssituation

HINTERGRUND
In Uganda stehen junge Menschen täglich vielen Herausforderungen gegenüber. Durch eine jugendliche Bevölkerung, von der nur ca. 50% einen grundlegenden Bildungsabschluss erlangen [1], fehlt es vielen jungen Menschen an den notwendigen Voraussetzungen für ein erfolgreiches und ausreichend gut bezahltes Arbeitsleben. Dies kann nicht nur ihre Arbeitsleistung negativ beeinflussen, sondern letztendlich auch die ökonomische Wirtschaftsleistung der Region und des Landes limitieren.
Für einen Ausweg aus der Armut arbeiten viele junge Menschen in dürftigen Arbeitsverhältnissen, ohne grundlegende berufliche Qualifikationen zu besitzen. Dadurch können viele Jugendliche ihr Potenzial nicht ausschöpfen, sind unterbeschäftigt oder arbeitslos. Diese Umstände können ein erhöhtes Risiko für Drogenmissbrauch, Glücksspiel oder Delikte zur Folge haben.

PROBLEMSTELLUNG
Während Jugendarbeitslosigkeit als eines der bedrückendsten Probleme in Ländern des globalen Südens vorherrscht, schaffen es zunehmend mehr junge Menschen, in den für sie gut zugänglichen Berufszweigen selbstständig zu werden. Dennoch ist ihr beruflicher Erfolg stets stark an die Güte ihrer Ausbildung und den dabei erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten gebunden.
Der Bedarf an beruflicher Ausbildung steigt stetig und stellt eine Grundvoraussetzung für die Bereitstellung von qualitativ hochwertigen Dienstleistungen und Produkten dar. Dazu herrscht ein Mangel an unternehmerischen Ökosystemen, um Jugendliche zu befähigen, ein Unternehmen zu etablieren, zu erhalten und auszuweiten.

WIRTSCHAFTLICHE SITUATION IN UGANDA
Das Bruttoinlandsprodukt von Uganda erlebte in den letzten fünf Jahren eine verhältnismäßig stabile Wachstumsrate zwischen 3,0% und 6,5% [2]. Gleichzeitig lebten 2019 noch 42% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze von 1,90 US-Dollar/Tag [3]. Die Regierung von Uganda steht daher nun vor der Herausforderung, dieses Wirtschaftswachstum zu erhalten und sich mit den Konsequenzen der rasch wachsenden Bevölkerung, von der zwei Drittel unter 30 Jahre alt sind, auseinanderzusetzen.
Insbesondere Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind ein ernstzunehmendes Problem mit einem Großteil der jungen Bevölkerung in informellen Jobs [4]. Gleichzeitig steigen jährlich etwa 400.000 junge Menschen in den Arbeitsmarkt ein, der nur ca. 9.000 Jobs bietet [5]. Geschätzt 30% der Jugendlichen mit höheren Qualifikationen können keine adäquate Arbeit finden. Diese Situation ist umso schwieriger für junge Menschen mit geringer oder keiner Ausbildung.
Kapchorwa ist ein ländlicher Distrikt im östlichen Uganda. Schätzungsweise 70% der dortigen Bevölkerung beziehen ihre Einkünfte aus der Landwirtschaft und leben unter der Armutsgrenze [1]. Besonders hier ist es dringend erforderlich, der Jugendarbeitslosigkeit entgegenzuwirken.

English

Background
Every day, young people in Uganda struggle with how to secure their livelihoods. With a young population of which only about 50% attain a basic level of education [1], many young people lack the necessary skills for a successful and sufficiently well-paid working life. This can not only negatively affect their work performance, but ultimately limit the economic performance of the region and the country.

For a way out of poverty, many young people work in meagre and informal jobs without basic vocational skills. As a result, many youths are unable to reach their potential, are underemployed, or even unemployed. These circumstances can result in an increased risk for substance abuse, gambling, or delinquency.

Problem Statement
While youth unemployment prevails as one of the most pressing problems in countries of the global South, an increasing number of young people are managing to become self-employed in occupations that are readily available to them. Nevertheless, their professional success is always strongly linked to the quality of their education and the skills and abilities they learn in the process.

The need for vocational training is constantly increasing and is a basic prerequisite for the provision of high-quality services and products. To this end, there is a lack of entrepreneurial ecosystems to empower youth to establish, sustain and expand a business.

Economic Situation in Uganda
Uganda's GDP has experienced a stable growth rate of between 3.0% and 6.5% over the past five years [2]. At the same time, 42% of the population has been living below the poverty line of US$1.90/day in 2019 [3]. As a result, the government of Uganda now faces the challenge of sustaining this economic growth and dealing with the consequences of a rapidly growing population, two-thirds of whom are under the age of 30.

In particular, unemployment and underemployment are serious problems with much of the young population in informal jobs [4]. At the same time, about 400,000 young people enter the labour market each year, which offers only about 9,000 jobs [5]. An estimated 30% of young people with higher qualifications are unable to find adequate work. This situation is even more difficult for young people with little to no education.

Kapchorwa is a rural district in Eastern Uganda. An estimated 70% of the population there derive their income from agriculture, working as subsistence farmers living below the poverty line [1]. Here in particular, there is an urgent need to counteract youth unemployment.

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Das Projekt

Das Kshek Vocational Skills Center ist eine Initiative des School Management Committee der Kshek Junior School. Ihr Hauptziel ist es, beschäftigungs-lose Jugendliche und junge Erwachsene auszu-bilden und sie mit Fähigkeiten und Fertigkeiten auszustatten, die zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Stärkung der Wirtschaft notwendig sind.
Zusammen mit unserem Projektpartner, der Kshek Rural Development Foundation (KRDF), einer Community Based Organisation (CBO), wollen wir ein Programm zur Berufsausbildung etablieren. Dadurch sollen allein im ersten Jahr mehr als 200 Schulaussteiger (16 bis 22 Jahre) und junge Arbeitslose (22 bis 35 Jahre) in ihrer Beschäftigungsfähigkeit gestärkt werden. In verschiedenen Kursen erlangen junge Menschen wertvolle Fähigkeiten im Schreinern, Schweißen, in der Metallverarbeitung, Klempnerei, Zweiradmechanik, im Schneidern, Maurern und in weiteren handwerklichen Berufszweigen.


UNSERE ARBEIT
Wir unterstützen unseren Projektpartner bei der Etablierung von Werkstattgebäuden, die Voraussetzung für die künftige Berufsausbildung sind. Da durch das Ausbildungsprogramm der Bedarf an Wasser und Toiletten an dem Standort steigt, konzentrieren wir uns auf folgende drei Hauptbereiche:
▪ Errichtung der notwendigen Werkstattgebäude
▪ Deckung des entstehenden Strombedarfs
▪ Verbesserung von WASH-Aspekten (Wasser, Sanitär und Hygiene)

Wir wollen das VSC ebenfalls mit der für den Betrieb notwendigen Ausstattung versorgen. Zudem soll neben der Errichtung der Gebäude, auch zur Steigerung der Bildungsqualität beigetragen werden.

DAS TEAM
Drei Regionalgruppen arbeiten in diesem Projekt zusammen für die Verbesserung des Bildungswesens und der wirtschaftlichen Situation in Kapchorwa.
Wir sind mehr als 20 Ingenieur:innen aus verschiedenen Disziplinen sowie Architekt:innen, die überregional digital wie interdisziplinär zusammenarbeiten:
München / Hochbau
Bremen / WASH
Oldenburg / Energie

AKTUELLER STAND
Zurzeit analysiert das Projektteam die vorherrschenden Randbedingungen für die Auslegung der Schulgebäude. Dazu gehören die Zusammensetzung der Ausstattung für die Werkstätten und ihre elektrischen sowie räumlichen Anforderungen. Außerdem wird vorab der Wasser- und Toilettenbedarf für die Berufsschüler:innen untersucht. Diese Vorabauslegung soll die Bewertung der Verhältnisse vor Ort während der Erkundung erleichtern und die Kommunikation mit dem Projektpartner vereinfachen. Zusätzlich binden wir den Projektpartner in die Planung mit ein, indem wir entsprechende Dokumente (Liste von benötigten Maschinen, Strom- und Wasserbedarf) anfordern. Beide Ansätze sollen im Anschluss verknüpft und die beste Lösung daraus entwickelt werden.


REFERENZEN
[1] Länderprofile Weltweit - Uganda. Die Wirtschaftskammer Österreich. https://wko.at/statistik/laenderprofile/lp-uganda.pdf
[2] GDP growth (annual %) - Uganda. The World Bank. https://data.worldbank.org/indicator/NY.GDP.MKTP.KD.ZG?end=2020&locations=UG&start=2014
[3] Uganda: Informationen zu Wirtschaft. Die Wirtschaftskammer Österreich. https://www.wko.at/service/aussenwirtschaft/uganda-wirtschaft-recht-steuern-reisen.html
[4] Youth unemployment in Uganda has been misdiagnosed. Palladium. https://thepalladiumgroup.com/news/Youth-Unemployment-in-Uganda-Has-Been-Misdiagnosed-
[5] Youth unemployment and job creation in Uganda: Opportunities And Challenges. ACODE - Advocates Coalition for Development and Environment. https://www.acode-u.org/uploadedFiles/infosheet26.pdf

English

The Project
The Kshek Vocational Skills Center (VSC) is an initiative of the School Management Committee (SMC) of Kshek Junior School. Its main objective is to train unemployed youth and young adults and equip them with skills and abilities necessary to create jobs and strengthen the Ugandan economy.

Together with our project partner, the Kshek Rural Development Foundation (KRDF), a Community Based Organization (CBO), we intend to establish a vocational training program. In the first year alone, this program is intended to strengthen the employability of more than 200 school dropouts (16 to 22 years old) and young unemployed people (22 to 35 years old). In various courses, young people gain valuable skills in carpentry, welding, metalworking, plumbing, bicycle mechanics, tailoring, masonry and other skilled trades.

Our Work
To support our project partner, we aim to establish workshop buildings, essential to providing vocational skill training. Since this training also increases the demand for water supply and sanitation, we focus on the following three major project areas:

  • Construction of necessary workshop spaces

  • Provision of an energy supply to meet the increasing demand for electricity

  • Improvement and creation of essential water, sanitation and hygiene (WASH) infrastructure

 

We also seek to provide the VSC with the equipment necessary for its operation within our project means. Moreover, after the construction and equipment of the buildings, we also want to contribute with high-quality education in order to improve the vocational training.

 

The Team
Three regional chapters of Engineers Without Borders Germany are collaborating to contribute to an improvement of the educational and economic situation in Kapchorwa.

We are more than 20 architects and engineers from different disciplines who work together as digitally as well as interdisciplinary as volunteers in

München / Hochbau
Bremen / WASH
Oldenburg / Energie

 

Current Status
Currently, the project team is analysing the prevailing boundary conditions for the design of the school buildings. This includes the composition of the equipment for the workshops and their electrical and spatial requirements. In addition, the water and toilet requirements for the vocational students are being investigated in advance. This preliminary design is intended to facilitate the evaluation of conditions on site during the reconnaissance and to simplify communication with the project partner. In addition, we involve the project partner in the planning by requesting relevant documents (list of required machines, electricity and water needs). Both approaches will then be combined and the best solution will be developed.

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Mario Reidl

Ansprechpartner

mario.reidl@ingenieure-ohne-grenzen.org

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