Ziele für die nächsten Monate

Ziele für die nächsten Monate

Wieder sind einige Wochen vergangen, in denen das Projekt voranschreitet. Am Ende unserer zweiten Implementierung in der Region Potosí verabschiedeten wir uns sowohl von einer Region mit großer Nachfrage nach Kochstellen in unmittelbarer Umgebung zu den Projektdörfern Taca Copa, Pallacachí und Suaraní, als auch von motivierten Partnerorganisationen, die großes Interesse an einer Ausweitung des Projektes haben.

Dies liegt zum einen an den hohen Akzeptanzwerten, die wir in unserem ersten Projektdorf Taca Copa ermitteln konnten, zum anderen daran, dass unsere Partnerorganisation SODIS den Ofenbau gut in ihr bisheriges Portfolio integrieren kann. Die Ausweitung des Projektes umfasst dabei sowohl den Ofenbau, als auch die Verbesserung der Ausbildung von Berufsschülern in der Region.

Zum einen wurde zusammen mit SODIS das Programm “Micani sin Humo” (dt.: “Micani ohne Rauch”) ins Leben gerufen. Ziel ist es, bis Dezember 2018 in allen 21 Dörfern des Kantons Micani Öfen zu implementieren, um eine möglichst hohe regionale Abdeckung und somit eine umfassende Verbesserung der gesundheitlichen Situation zu erreichen. Mit dem Bau der Kochstellen sollen rund 150 Familien erreicht werden und somit ca. 900 Personen eine direkte Verbesserung der Lebensbedingungen erfahren.

Die Projektlaufzeit beträgt ca. 28 Monate. Der Zeitraum der Umsetzung erstreckt sich von September 2016 bis Dezember 2018, wobei bis zum Ende dieses Jahres ca. 90 Kochstellen in zwei Gemeinden implementiert werden sollen. Ingenieure ohne Grenzen wird dabei vor allem eine beratende Rolle einnehmen und SODIS bei der Umsetzung finanziell unterstützen.

Zum anderen soll das ursprüngliche Projekt “Bildung Bleibt!” durch die Kooperation mit einer weiteren Berufsschule, dem Instituto Tecnologico Charcas (ITC) aus der Region San Pedro ausgeweitet werden. Diese Schule liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu den bisherigen Projektdörfern und bildet Schüler aus der Region zu Technikern aus. Ergänzend dazu wird der Kurs an der Berufsschule Sayarinapaj zukünftig für mehrere Schulklassen angeboten werden.

Diese beiden Projektansätze in Kombination, sowie der Ofenbau im größerem Maßstab sind nur mit verschiedenen Formen von Kooperation und Wissenstransfer zu stemmen:

  • Neben den Schülern sollen einzelne Ofenbauexperten aus den Dörfern ausgebildet und mit dem Bau von Kochstellen beauftragt werden.
  • Des weiteren soll die Lokalregierung stärker miteinbezogen werden und das Projekt durch ihre Kenntnis der Region und der Bevölkerung personell und logistisch unterstützen. Hierzu ist eine Anstellung eines Infrastrukturbeauftragten der Lokalregierung durch SODIS ab dem kommenden Jahr geplant. Das Ziel dieser Anstellung ist, Know-How zum Thema Ofenbau langfristig in der Region zu verankern.
  • Schüler können nach Absolvierung des Projektes “Bildung Bleibt!” ein Praktikum bei SODIS absolvieren und so ihr neu erlangtes Wissen in einem etwas anderen Kontext in der Region anwenden
  • Die Berufsschule Sayarinapaj wird mit unserer Unterstützung sowohl die für “Bildung Bleibt” erarbeiteten methodischen Ansätze an weitere Lehrer weitergeben, als auch ihre Erfahrungen für die Berufsschule Charcas zur Verfügung stellen. Zu diesem Zweck wird ein “Teaching-Teachers”-Kurs durchgeführt, bei dem der bisher verantwortliche Lehrer seine Erfahrung an neue Lehrkräfte weitergeben kann.

Um einen möglichst reibungsfreien Übergang zu schaffen, fand vor kurzem eine Ausreise (für den Zeitraum von drei Wochen) von zwei freiwilligen Mitgliedern von Ingenieure ohne Grenzen statt. Dies diente zum einen der Vertiefung der Partnerschaft mit SODIS, die mit der engeren Zusammenarbeit und der zunehmend beratenden Rolle von Ingenieure ohne Grenzen im Rahmen von Micani sin Humo erforderlich ist. Zum anderen diente die Ausreise dem Kennenlernen der Berufsschule Charcas. Diese soll bei der Implementierung der Kochstellen in diesem Jahr beteiligt werden, so dass während des ersten Besuchs unserer Freiwilligen in San Pedro ein Lehrerworkshop zur Weitergabe der technischen und methodischen Inhalte unseres Kurses, sowie ein Schülerworkshop zur Vermittlung des Ofenbaus abgehalten werden. Berichte über den Ablauf vor Ort werden in Kürze folgen.

Zu den Hauptaufgaben der Arbeitsgruppe in Aachen zählt derzeit neben den ständigen Weiterentwicklungen des Technik- und Bildungskonzeptes vor allem das Fundraising, da das Budget zusammen mit dem Projektumfang deutlich angestiegen ist. Zwei Möglichkeiten, das Fundraising interessanter und informativer zu gestalten haben wir bereits umgesetzt. Wie auf den Bildern zu erkennen, wurde erstens eine mobile Kochstelle gebaut. Dies ermöglicht uns, bei Aktionen in der Aachener Innenstadt mit dem Ofen erhitzte Speisen anzubieten und dadurch ganz zwanglos ins Gespräch zu kommen und über das Projekt zu informieren. Außerdem wurde eine kleine Spendendose als Modell der Kochstelle gebaut, die BesucherInnen unserer Infostände zum Informieren und Spenden einlädt.