Integration heißt gemeinsam

Inlands- und Bildungsarbeit

Integration heißt gemeinsam

„Integration heißt gemeinsam“! In diesem Sinne unterstützten wir seit 2015 Geflüchtete in Deutschland mit Workshops zu Fachsprache, praktischer Anwendung und interkultureller Kommunikation.

 

BILA_2020

Vielfalt. Sprache. Technik

Mit einem Fokus auf Integration und berufliche Orientierung von Geflüchteten tragen wir aktiv zu den von den Vereinten Nationen erklärten Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) bei, um hochwertige Bildung (Ziel 4) und weniger Ungleichheiten (Ziel 10) zu erreichen.

Als 2015 vermehrt Geflüchtete nach Deutschland kamen, fiel vielen der Einstieg in das Berufsleben aufgrund der Sprachbarriere schwer. Deshalb gründeten wir das Programm „Integration heißt gemeinsam“, um den Menschen, die vor Krieg, Unterdrückung und politischer Verfolgung flüchteten, das Ankommen in Deutschland zu erleichtern. Auch wenn die Zahl der Asylsuchenden und Geflüchteten seit 2015 stark gesunken ist, wurden auch 2020 noch ca. 122.000 Erst- und Folgeasylanträge gestellt. Daher laufen unsere Workshops selbstverständlich weiter – während der Corona-Pandemie auch online.

BILA_Windkraft

Viele Nationalitäten und Hintergründe, ein Ziel

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Workshops bringen ganz unterschiedliche Voraussetzungen mit: Einige Geflüchtete verfügen über einen ingenieurstechnischen Hintergrund, andere waren noch in der Ausbildung oder im Studium, als sie ihr Land verließen. Sie vereint alle, dass sie an der Gesellschaft teilhaben und selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen möchten.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus ganz unterschiedlichen Ländern. Am Workshop zu Erneuerbaren Energien in Köln etwa nahmen Geflüchtete aus verschiedenen Ländern wie Afghanistan, Albanien, Eritrea, Ghana, Iran, Marokko und Syrien teil. Sie brachten unterschiedliche Qualifikationen mit, von Qualitätskontrolleur über Ingenieur bis hin zu Elektriker. Für den 25-jährigen Ezatullah, der in Afghanistan als Maler und Elektriker gearbeitet hatte, diente der Windkraft-Workshop zur Vorbereitung auf eine Ausbildung im Bereich Elektrotechnik. Zaher arbeitete in Syrien als studierter Elektrotechniker, bis er fliehen musste. Er besuchte den Workshop, weil für ihn Erneuerbare Energien „die Energien der Zukunft“ sind und er deshalb mehr darüber erfahren wollte. Anas, der in Aleppo Stromzähler getestet hat, bis es keinen Strom mehr gab und er seine Arbeit verlor, hatte schon am vorherigen Workshop zum Thema Solarenergie teilgenommen. Er hat den Wunsch, in Deutschland „in einer Firma mit sauberem Strom zu arbeiten oder eine Ausbildung zu machen“.

 

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Der steinige Weg in den Arbeitsmarkt

Die Integration in den Arbeitsmarkt ist eine zentrale Voraussetzung für die langfristige Integration in eine Gesellschaft. Ein eigener Arbeitsplatz fördert die Wertschätzung, das Selbstbewusstsein und ermöglicht überhaupt erst ein selbstbestimmtes Leben in Deutschland. Arbeitgeber sind im Allgemeinen durchaus offen, geflüchteten Menschen einen Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsplatz anzubieten. Oft scheitert die Umsetzung jedoch an Hürden wie Unwissen über Abschlüsse oder fehlendem Vertrauen auf Arbeitgeberseite, unzureichende Qualifizierungen und mangelhafte Deutschkenntnisse auf Arbeitnehmerseite.

Es gibt zwar Beratungs- und Integrationsprogramme von staatlicher Seite, diese erreichen allerdings nur eine geringe Anzahl der Asylbewerberinnen und -bewerber oder Personen mit anerkanntem Schutzstatus. Die administrativen Anforderungen in Deutschland sind teilweise sehr komplex. Eine immense Herausforderung für Menschen, die größtenteils nicht ausreichend Deutsch sprechen. Insbesondere branchenspezifische Sprachkurse mit direkten Anwendungsmöglichkeiten fehlen.

Weiterhin mangelt es den meisten Geflüchteten an sozialen Kontakten in Deutschland, die ihnen den Start ins neue Leben und eine schnelle und langfristige Integration erleichtern könnten. Soziale Kontakte unterstützen nicht nur die gesellschaftliche Integration der Geflüchteten, sie helfen auch bei rechtlichen Schwierigkeiten und vermitteln Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern. Deshalb ist die Arbeit lokaler und regionaler ehrenamtlicher Initiativen so wichtig für die Integration der Geflüchteten nicht nur in den Arbeitsmarkt, sondern allgemein in die deutsche Gesellschaft.

BILA

Integration heißt gemeinsam

Mit dem Programm „Integration heißt gemeinsam  - Vielfalt. Sprache. Technik.“ und dem zugehörigen Netzwerk aus potentiellen Ausbildungsstellen und Arbeitgebern leistet Ingenieure ohne Grenzen einen Beitrag zur Integration von Geflüchteten in Deutschland. Die Workshops setzen sich i. d. R. aus einem berufsbezogenen, technischen Sprachkurs und einem praktischen Anwendungsworkshop zusammen. Durch dieses kombinierte Angebot, das den Spracherwerb gezielt mit praktischen Arbeitserfahrungen verknüpft, ermöglichen wir die direkte Anwendung des neu erworbenen Fachvokabulars, schaffen Raum für Austausch und begegnen dem Prioritätenkonflikt zwischen Spracherwerb, schulischer oder fachlicher Nachqualifizierung und Praxiseinstieg.

Spenden Sie für unser Engagement bei der Integration von Geflüchteten in Deutschland mit dem Spendenstichwort: INTEGRATION oder nutzen Sie unser Online-Spendenformular.

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