Die Arbeiten laufen an - Geduld ist gefragt

09.03.2017

Angekommen in Lurpung am 03.03. heißt es für Leo und Daniel, die Neuankömmlinge unseres Wasserprojekts, erst einmal allgemeine Begrüßung und Bekanntschaft machen mit dem Dorf.

Am folgenden Samstag, dem nepalesischen „Sonntag“, werden unsere Mitglieder gleich zu einer Hochzeitsfeier im Dorf eingeladen und üppig bewirtet und als VIP-Gäste gebührend bestaunt.

Dann aber geht es für Christoph wieder an die Arbeit: Checken der Ausführungspläne für das Lehrerhaus und Detailzeichnungen für Fenster und Türen erstellen – um Angebote einzuholen und eine Einkaufsliste zu erstellen.

Am Sonntag, dem ersten Arbeitstag der nepalesischen Woche, sollte eigentlich die Arbeit am Wohnhaus (statische Ertüchtigung) beginnen. Damit wird es aber leider wegen Erkrankung des dafür vorgesehenen Arbeiters nichts.

Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, werden ersatzweise vorbereitende Maßnahmen auf dem Baugelände des Lehrerhauses durchgeführt und eine Detailplanung der beiden Geschosstreppen vorgenommen.

Am Montag, 06.03., können endlich die Arbeiten an dem Wohnhaus beginnen. In Ermangelung von Stahlteilen, die erst verspätet geliefert werden, wird erst einmal mit dem Abbruch des vorhandenen Toilettenanbaus angefangen. Stattdessen soll ein neuer Anbau an das Wohnhaus errichtet werden, von diesem aus direkt zugänglich, der ein neues Bad mit Waschgelegenheit, Dusche und Toilette aufnehmen wird. Dies gehört zu den ebenfalls geplanten wohnwertverbessernden Maßnahmen – unabhängig von der Hauptaufgabe statische Ertüchtigung.

Zwischenzeitlich wird das Wasser am Brunnen knapp und fällt am 07.03. schließlich ganz aus. Die Bewohner nehmen das recht gelassen, die meisten haben Wasservorräte angelegt.

Die Arbeit am Wohnhaus wird am folgenden Tag fortgesetzt, wieder nur mit einem Arbeiter. Bis abends wird der Abbruch des alten Toilettenanbaus ebenerdig fertig gestellt. Der Fußboden im ganzen Raum wird mit einem Gemisch aus Lehm und Büffeldung neu überzogen.

Später kommt unser lokaler Gewährsmann NirDhoj mit den nachgelieferten Stahlteilen aus Kathmandu, die teilweise von uns noch geändert und nachbearbeitet werden müssen.

Von einem anderen Mitglied unseres Vereins, das sich zurzeit in Kathmandu aufhält, erfahren wir von einem „Baumarkt“, wo es erheblich mehr Material, als bisher von uns sondiert, geben soll. Das lässt hoffen, und wir werden es bei nächster Gelegenheit selbst ausprobieren.

Mittags marschieren unsere Drei mit einem Fußball und einem Volleyball zur Schule. Sie wollen dort die Bälle den Lehrern/Schülern als Geschenk überlassen, wenn vorher im und um das Gelände alle Papier- und Plastikabfälle verschwinden. Dazu geben sie ihnen 10 Müllsäcke, die von den Schülern schnell gefüllt werden. Was man mit etwas Motivation nicht alles erreicht…

Am 08.03. fällt neben dem immer noch fehlenden Wasser auch noch der Strom aus. Es werden administrative Arbeiten gemacht (Wochenbericht), die auch sein müssen.

Heute, am 09.03.2017, ist unser Projektleiter Christoph vorläufig nach Kathmandu zurückgekehrt, um weiteres Baumaterial zu besorgen. Beim nächsten Aufenthalt in Lurpung, ab Montag 13.03., soll dann, wie uns glaubhaft versichert wurde, endlich mit dem Bau des Lehrerhauses begonnen werden.

Fazit:

Entgegen unseren Planungen und Besprechungen vor Ort laufen die beiden Teilprojekte noch nicht richtig bzw. nur sehr schleppend an. Die besprochenen Termine und Personalgestellung werden nicht eingehalten. Bisher ist nur die statische Ertüchtigung des Wohnhauses mit Hilfe eines Arbeiters begonnen worden. Die nepalesischen Uhren laufen halt anders.
Der Erwartungshaltung und Auffassung unseres Teams entspricht dies zwar nicht, aber sie machen das Beste draus und können nur ständig mahnen, sich an Absprachen zu halten. Die Menschen dort haben (und brauchen) viel Geduld und Gleichmut...

Vielleicht ist es Unvermögen, vielleicht spielt auch eine kritische Distanz zu unseren Planungen oder dem, was wir vorhaben, eine Rolle. Dem wollen wir mit vertrauensbildenden Maßnahmen entgegenwirken: Zeigen, erklären, mithelfen, durch Taten überzeugen. Es bedarf wohl erst mehrerer Schritte von unserer Seite, bevor die Einheimischen sich selbst einbringen, bis sie erkennen, dass wir für die Verbesserung ihrer Lebenssituation hier sind und ihnen helfen wollen.