Fortschritte trotz Wassermangels, schlechten Wetters, Feiertagen, Wahlen, …

15.05.2017

Über einen Zeitraum von 6 Tagen gab es im Dorf kein Wasser, da die Zuleitung von der Quelle im Nachbartal beschädigt wurde. Das Dorf bzw. die Leute sind grundsätzlich darauf vorbereitet und haben genug Wasserreserven, um dies einige Zeit zu überbrücken. Es wurde jedoch kritisch, da sich die Dörfer, die sich die Leitung teilen, nicht einigen konnten, wer die Kosten übernimmt und die Reparaturen ausführen soll.
Dieses Wasserproblem führte dazu, dass es einerseits nicht möglich war, Beton oder Mörtel anzurühren (benötigt eine große Menge Wasser), anderseits mussten die Handwerker (die ebenfalls Bauern sind) zurück in ihre Dörfer, um diesen Wassermangel durch besondere Feldarbeiten irgendwie zu kompensieren.

Weiteren Einfluss auf den Fortschritt der Arbeiten vor Ort hatten Feiertage, schlechtes Wetter und – vor allem – die erste Runde der nepalesischen Regionalwahlen am 14.05., die ersten seit 20 Jahren. Dieses Ereignis zog alle Menschen in seinen Bann, hatte so etwas wie Volksfestcharakter und zog auch erhebliche Reisetätigkeit nach sich. Viele Menschen mussten hierfür in ihre Heimatorte zurückkehren – so etwas wie „Briefwahl“ gibt es nicht. Dies führte dazu, dass fast das gesamte Leben für rund eine Woche im Zeichen der Wahlen stand und so gut wie keine Arbeiter für unsere Projekte verfügbar waren.

Die von unseren Teammitgliedern Xavier und später Jan betreuten Arbeiten zur Wiederaufbauhilfe erwiesen sich durch diese Einflüsse erneut als praktisch nicht planbar – diese Gegebenheiten müssen von uns eben hingenommen werden. Die Ausführung des Neubaus Lehrerhaus liegt dadurch ca. vier Wochen hinter dem veranschlagten Zeitplan.

Andererseits erstaunte es aber unsere Projektbetreuer immer wieder, wie die nepalesischen Arbeiter mit auftretenden Problemen umgehen und diese mit einfachsten Mitteln lösen.

Nach einer vorübergehenden Pause bei der Projektbetreuung werden Anfang/Mitte Juni wieder zwei Mitglieder unseres Projektteams vor Ort sein.
Aus Kostengründen werden wir die Bauarbeiten künftig nur noch in kritischen Phasen selbst personell begleiten. In der Zwischenzeit wird die Baustelle durch ein nepalesisches Ingenieurbüro betreut.

Bei unseren beiden Teil-Projekten sieht es im Einzelnen wie folgt aus:

Neubau Lehrerhaus:

Verspätungen bei den Bauarbeiten aufgrund von Feiertagen, Wasserproblemen im Dorf, Schlechtwetter und Wahlen.
Bauarbeiten gehen voran, jedoch aufgrund von Unterbrechungen durch abwesende Arbeiter und Unwetter sehr schleppend.
Überwiegende Arbeiten: Herstellung von Mauerwerk; Schneiden, Biegen, Einbringen und Befestigen der Bewehrungen für die Ringanker und –Stützen; Anbringen von Schalungen. Derzeitiger Stand:

  • Gesamtes Mauerwerk auf der Höhe H=0,64 m fertiggestellt
  • Legen und Verdrahten der Bewehrung für den Ringanker
  • Verlängerung der vertikalen Bewehrungskörbe für die Stützen
  • Lieferung und Einbau der Türen des Erdgeschosses (Außen- und Innentüren)
  • Schalung für Ringanker Höhe h=0,64m
  • Schneiden und Biegen der Bewehrungen für die Ringanker Höhe h=1,22m und 2,1m (zu 50%)

Sanierung / statische Ertüchtigung Wohnhaus:

Da primär die Arbeit am Lehrerhaus im Vordergrund stand, wurde nur an einzelnen Tagen und mit verringertem Personaleinsatz hieran gearbeitet. Derzeitiger Stand:

  • Die verstärkte Decke EG/1.OG des Wohnhauses ist fertiggestellt
  • Der Lehmboden im 1.OG ist fertiggestellt und die äußeren Stahlteile mit Farbe zum Witterungsschutz gestrichen.
  • Das linke Fenster im 1.OG wurde durch ein neues ersetzt. Dieses wurde sorgfältig in das bestehende Mauerwerk eingesetzt und mit Zement passgenau fixiert.
  • Die Elektroinstallation im EG (mit Ausnahme Badanbau) wurde erneuert.
  • Das Mauerwerk, der Ringanker und die Bodenplatte des Badanbaus sind fertiggestellt.
  • Die Baustelle wurde gereinigt und EG und 1.OG wieder bewohnbar gemacht.
  • Einige Wegearbeiten um das Haus wurden erledigt.