„Mehr Elektrizität bedeutet gerechtere Ausbildungsmöglichkeiten für junge Kameruner“
Beauclair kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als seine Familie noch keine Elektrizität hatte. Seine aus 48 Personen bestehende Großfamilie versammelte sich abends nach Einbruch der Dunkelheit rings um die schwach leuchtende Petroleumlampe, um wenigstens noch ein bisschen Licht in die dunkle Nacht zu bringen. Oftmals wollte Beauclair noch aus der Schule mitgebrachte Unterlagen wiederholen, doch das war abends inmitten lauter Unterhaltungen der Familienangehörigen nahezu unmöglich. Kopfschmerzen vom Lesen bei dimmen Licht in beschallter Umgebung waren vorprogrammiert.
Vor knapp drei Jahren wurde das Haus seiner Familie an das Stromnetz angeschlossen und endlich hatte er die Möglichkeit auch nach 18,00 Uhr noch Unterlagen für die Schule durchzulesen. Da die Eltern nun auch kein teures Petroleum mehr kaufen müssen, bleibt sogar Geld übrig, welches sie gerne in Sach- und Lernbücher für die Kinder investieren. Beauclairs Schulnoten verbesserten sich schlagartig.
Obgleich in Kamerun die allgemeine Schulpflicht herrscht, haben nicht alle Kinder äquivalente Möglichkeiten zu lernen und sich auf die kommenden Schultage vorzubereiten. Kinder aus ärmlicheren Familien ohne Anschluss an das Stromnetz beneiden oftmals Mitschüler, die dank längerer und besserer Zimmerbeleuchtung die Möglichkeit haben den gelernten Stoff zu wiederholen, sich auf Tests vorzubereiten und bessere Noten zu erlangen
Beauclair ist stolz und dankbar über die Arbeit der Ingenieure ohne Grenzen. Wasserturbinen zur Erzeugung von Elektrizität zu verwenden, hält er für eine grandiose Idee, da es auf nahezu jedem Berg in Kamerun einen Fluss mit Wasserfall gibt. Der hier erzeugte Strom ist seiner Meinung nach das wichtigste Mittel zur Verbesserung des Lebensstandards in Kamerun durch weitreichende Beeinflussung von Wirtschaft und Infrastruktur.
In hell beleuchteten Räumen haben mehr junge Menschen die Möglichkeit sich fortzubilden und die Zulassung für ein universitäres Studium zu erhalten Dies würde wiederum die Forschung im Land voran bringen, die Infrastruktur und Stromversorgung weiter verbessern und auch die Wirtschaft Kameruns ankurbeln.
Durch den Ausbau des Stromnetzwerks würde also nicht nur der Lebensstandard einzelner Familien optimiert werden, sondern ebenso die wirtschaftlichen und sozialstrukturellen Lage des gesamten Landes.