Toiletten fertig, Projekt fertig?
Nachdem die Toiletten vor einem Jahr gebaut wurden, wurden sie von den Schüler*innen regelmäßig genutzt. Sechs Monate lang wurde die erste Kammer gefüllt, die nächsten sechs Monate die zweite. Doch nun müssen die Fäkalien behandelt werden, da sie Pathogene enthalten und die Behälter sich füllen. Der Urin wird direkt in Kanistern gesammelt und wird durch eine Lagerzeit von einem Monat bereits unschädlich, sodass er leicht als Dünger verwendet werden. Die Handhabung von Fäzes ist allerdings aufwändiger und mit einigen Gesundheitsrisiken verbunden. Die Fäkalien müssen kompostiert werden, um das Risiko der Ansteckung zu reduzieren und einen guten Dünger zu erhalten. Da die Toilette sich im ersten Verwendungszyklus befindet, sind die Grundlagen der Kompostierung bisher noch unbekannt und sollen im Zuge dieser Ausreise direkt durch Workshops vermittelt werden.
Kompostierung
Die Fäkalien werden zunächst in Kompostierkammern verlagert und innerhalb der ersten drei Monate wöchentlich mit Stroh und beispielsweise trockenen Bananenblättern vermischt. Mit Hilfe dieser organischen Materialen wird die Kompostierung verbessert. Dabei muss bei dem Umgang mit den Fäkalien stehts darauf geachtet werden, dass keine Übertragung von Pathogenen stattfinden kann. Hierzu sollten immer Handschuhe getragen sowie die Hände regelmäßig gewaschen werden. Der Kompost sollte trocken gehalten und regelmäßig vermischt werden, um eine gleichmäßige Kompostierung zu erreichen und alle Pathogene zu entfernen. Mit einem Thermometer wird nun regelmäßig die Komposttemperatur überwacht. Nach frühestens drei Monate sollten alle Pathogene zerstört sein und der Dünger darf verwendet werden. Allerdings kann der Dünger weiterhin Krankheitserreger in geringen Mengen enthalten, daher sollte er nicht für Pflanzen verwendet werden, die roh verzehrt werden. Dabei sollte der Dünger bestmöglich in die Erde eingearbeitet werden, um eine Kontamination durch spätere Berührung des Düngers zu vermeiden.
Testfelder
Um direkt herauszufinden, wie der Dünger am besten verwendet werden kann, sollen im Zuge der Ausreise drei Testfelder angelegt werden, auf denen verschiedene Düngerkonzentrationen angewendet werden sollen. Hierbei sollen gleichgroße, möglichst ähnlich beschaffene Bereiche eines Bodens mit gleichem Bewuchs abgegrenzt werden. Nun sollen gemäß eines Düngeplans drei verschiedene Düngermengen auf die jeweiligen Felder aufgegeben werden. Die Bewässerung sollte bei allen Feldern gleich ausfallen. Am Ende des Versuchszeitraums werden Pflanzengröße, Ernteertrag und die gesamte Pflanzenmasse der Pflanzen auf den Testfeldern ermittelt. Zusätzlich wird die Pflanzengesundheit beurteilt. Daraus kann im Nachhinein ermittelt werden, welche Düngermenge am effektivsten ist. Die hieraus gewonnenen Ergebnisse dienen allen Verwendern des produzierten Düngers als Richtlinie für die ideale Verwendung.