Weltwassertag 2015
Zugang zu sauberem Wasser – ein von den UN anerkanntes Grundrecht, dessen Umsetzung noch viel Unterstützung benötigt. Laut UNESCO haben schätzungsweise 768 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Wassermangel und fehlender Zugang zu sauberem Wasser haben verheerende Folgen, die alle Menschen und insbesondere Kinder treffen. Fast jedes fünfte Kind erlebt seinen fünften Geburtstag deshalb nicht.

Was ist der Weltwassertag?
Seit 1993 wird am 22. März zum Weltwassertag auf diesen Zustand aufmerksam gemacht. Jedes Jahr steht der von der UN ins Leben gerufene Tag unter einem anderen Motto, 2015 ist es "Wasser und nachhaltige Entwicklung".
Das "Recht auf sauberes Wasser" ist seit der Vollversammlung der Vereinten Nationen 2010 als Menschenrecht anerkannt, jedoch ist dieses Recht für die Staaten nicht verbindlich geregelt und somit nicht einklagbar. Bis 2015 hätte die Zahl der Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser halbiert werden sollen, dieses Ziel wurde nicht erreicht.
Die UN lädt deshalb ihre Mitgliedsstaaten dazu ein, diesen Tag zur Einführung von UN-Empfehlungen zu nutzen und konkrete Aktionen in ihren Ländern zu fördern. Jedes Jahr übernimmt eine der vielen UN-Agenturen, die mit dem Thema Wasser befasst sind, die Leitung bei der Förderung und Koordinierung internationaler Aktionen für den Weltwassertag.
Was ist die Folge von Mangel an sauberem Wasser?
Der Mangel an sauberem Wasser zwingt viele Menschen dazu jegliches verfügbares Wasser zu nutzen, auch wenn es verschmutzt ist. Laut Schätzungen der WHO sterben deshalb jährlich 3,2 Mio. Menschen an Durchfall und weiteren Erkrankungen. Betroffen sind davon insbesondere Arme und Kinder in Entwicklungsländern.
Neben den gesundheitlichen Themen betrifft der Wassermangel auch die wirtschaftliche Entwicklung und den Bildungsbereich. Traditionell ist es in den Familien die Aufgabe der Frauen und Kinder, das Wasser für den täglichen Bedarf zu holen. Das bedeutet in der Trockenzeit jeden Tag mehrfach zu kilometerweit entfernten Wasserlöchern zu laufen und Wasser für die Familie zu holen. Dadurch fehlt die Zeit zur Schule zu gehen oder zu arbeiten. Durch die fehlende Bildung und das minimale Einkommen wird wiederum der Kreislauf der Armut geschlossen.
Aktionen von Ingenieure ohne Grenzen
Auch Ingenieure ohne Grenzen setzt sich dafür ein, dass alle Menschen mit sauberem Wasser versorgt werden und will den Weltwassertag dafür nutzen, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die kritischen Wasserthemen unserer Zeit zu lenken.
Das Wissen um die Thematik wird von Aktiven von Ingenieure ohne Grenzen in Schulen während des Unterrichts vorgestellt, mit den Schülern besprochen und in Workshops bearbeitet, so zum Beispiel in Aachen, Berlin und Darmstadt.
Zusätzlich werden in einigen Städten Informationsstände aufgebaut, an denen an Hand der aktuellen Projekte von Ingenieure ohne Grenzen oder an Modellen die Problematik aufgezeigt wird.