Die erfolgreiche Inbetriebnahme der Kochstellen

Die erfolgreiche Inbetriebnahme der Kochstellen

Im Vorfeld unseres vorerst letzten Besuchs des Dorfes Taca Copa waren wir sehr gespannt. Wie gut würden die Kochstellen funktionieren? Werden die Dorfbewohner zufrieden mit ihnen sein und bereit, dafür das Holz kleiner zu hacken und sie regelmäßig zu reinigen? Nicht zuletzt freuten wir uns auch darauf, die Dorfbewohner wieder zu sehen.

Mit einem der Schüler, Jonny, der uns freiwillig in seinen Ferien begleitete, haben wir also erneut das Dorf besucht, um die Inbetriebnahme der Kochstellen zu begleiten.

Zunächst wurden ein paar letzte Handgriffe durchgeführt, um die Öfen fertigzustellen: Alle Kochstellen wurden überprüft, der Brennholzrost eingesetzt und die Kaminabdeckung aufgesetzt. Anschließend erhielten die Dorfbewohner in einem kurzen Seminar Informationen und eine Anleitung zur Inbetriebnahme, zur Reinigung und zur Wartung ihrer Kochstelle. Dann endlich durften die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Öfen zum ersten Mal anfeuern. Nach einer kurzen Skepsis bezüglich der Anzündedauer des Feuers (erst wenn nach kurzer Zeit der Kamineffekt einsetzt, brennt das Feuer richtig gut) waren alle begeistert von der leistungsfähigen Verbrennung.

Im Vorfeld hatte SODIS einen Vorteil der Kochstellen angesprochen, der uns gar nicht bewusst war: Durch die erhöhte Fläche der Kochstelle wird Ordnung in der Küche geschaffen. Teller und Töpfe müssen nicht mehr auf dem Boden stehen, wo sie dreckig und dadurch unhygienisch werden. Diese Beobachtung konnten wir bestätigen: Einige Familien haben sich direkt neben den neuen Ofen Regale aus Lehm gebaut um Ordnung und Sauberkeit in ihre Küche zu bringen.

Während der ganzen Arbeiten war der technische Beauftragte der Lokalregierung anwesend. Er wird sich in Zukunft um die Wartung der Öfen kümmern, wenn es größere Probleme gibt. Er ist selbst so begeistert von den neuen Kochstellen, dass er eine in seinem Haus bauen will und so zur Verbreitung der Technologie in der Region beitragen möchte.

Wir sind gespannt, ob die Kochstellen im Dauerbetrieb genauso gut funktionieren, wie in unserer kurzen Inbetriebnahme. In der Evaluation, die im nächsten Jahr stattfinden soll und für die wir derzeit Spenden sammeln, soll die Akzeptanz und Nutzung unter den Dorfbewohnern gemessen, das technische Konzept auf Schwachstellen überprüft und ein Waterboling-Test durchgeführt werden, anhand dessen die Effizienz und Zeitersparnis beim Kochen gemessen werden können.

Als vorläufigen Abschluss der Besuche des Dorfes Taca Copa haben wir den Dorfbewohnern ein persönliches Geschenk gemacht: Ausgedruckte Fotos vom letztem und  von diesem Jahr wurden zunächst zum Anschauen aufgehängt. Anschließend durfte sich jeder Dorfbewohner Fotos, auf denen er abgebildet ist, mitnehmen. Die Freude und Dankbarkeit war sehr groß; bisher hatte offenbar keiner ein Foto von sich. Auch uns wurde ein Geschenk gemacht: Wir wurden auf eine Spezialität der dortigen Küche eingeladen, in Erde und Glut zubereitete Kartoffeln.

Mit Freude blicken wir auf die vergangenen 10 Wochen zurück, in der das Unterrichtsprojekt durchgeführt wurde und an dessen Ende 16 Kochstellen gebaut wurden; in denen wir einige Male enttäuscht, mindestens genauso oft aber auch begeistert vom Engagement aller Beteiligten des Projektes waren, und in denen wir und alle unserer Partner gewachsen sind. Auf dieser Basis konnten wir in den letzten Tagen erfolgreiche Verhandlungen für eine zweite Durchführung im nächsten Jahr führen. Alle Partner sind sich einig, dass eine Wiederholung lohnenswert ist. Unsere Rolle  dabei wird deutlich abnehmen – ein erster Schritt in Richtung Selbstständigkeit!

19.07.2015 22:26, Philipp Blanke