Erste Tage in Sierra Leone

Nach unserer langen Vorbereitung haben wir uns als vierköpfiges Team auf den Weg nach Sierra Leone gemacht. Das Team bsteht aus: Simon, Theresia, Svenja und Carl, der bereits letztes Mal dabei war. Gerrit wird Carl im letzten Monat ablösen.
Bei unserer Ankunft wurden wir von MADAM sehr herzlich empfangen. Die ersten Tage starteten mit einigen Meetings zur Vorbereitung unserer konkreten Vorhaben während dieser Ausreise. Da es in den fast zehn Jahren unserer Zusammenarbeit mit MADAM immer wieder personelle Wechsel auf beiden Seiten gab, begannen wir mit einem Kennenlernen aller Projektbeteiligten, bevor wir das bevorstehende Projekt konkreter besprachen. Dabei haben wir insbesondere mit folgenden Personen gesprochen: Edward Conteh, einem Manager von MADAM, David Kanu, der für die Finanzen verantwortlich ist, und Ibrahim Turay, der Ansprechpartner der Projektgruppe vor Ort ist. Gemeinsam haben wir über unsere Partnerschaft gesprochen und die Zuständigkeiten geklärt. Dabei wurde auf beiden Seiten noch einmal betont, wie sehr die langjährige Partnerschaft geschätzt wird.

Außerdem konnten bereits erste Bauvorbereitungen getroffen werden. Die Materialliste wurde angefertigt und erste Angebote von Materialhändlern eingeholt. Zu Beginn der zweiten Woche fanden erste Treffen mit Stakeholdern vor Ort statt. Da MADAM seit vielen Jahren mit anderen Projektpartnern in der Region aktiv ist, ist die Organisation dort sehr gut vernetzt und genießt hohes Ansehen. Von diesem über Jahre aufgebauten Vertrauen profitieren auch wir immer wieder, wenn wir vor Ort einen Projektschritt umsetzen. So haben wir gemeinsam mit Mr. Turay sowohl die Regierungsvorsitzende des Tonkolili-Distrikts als auch den „Head of Education“ besucht. Wir haben ihnen unser Konzept vorgestellt, wie wir die Schule in Mamuri mit Sanitäranlagen ausstatten wollen. Wir bauen dabei auf den vorherigen Projektschritten auf, die wir im Laufe der Zeit entwickelt haben.
Anschließend ging es nach Mamuri, wo das Projekt umgesetzt werden soll. Die Gemeinde war bereits gut informiert und hat uns freudig erwartet. Wir haben den Bau der Toiletten besprochen und mithilfe unseres anschaulichen 3D-Modells das Konzept der Trockentrenntoilette erläutert. Außerdem haben wir den Einsatz der Community sowie den groben Zeitplan besprochen. Sowohl die beiden Schulleiter*innen als auch der Chief und der Youth Leader hatten zuvor ein Community-Meeting abgehalten, in dem der Einsatz der Community besprochen wurde. Erfreulicherweise wurde uns mitgeteilt, dass neben einigen Helfer*innen für die Baustelle auch eine Wasserpumpe für die Zementherstellung sowie ein Bagger für die Lehmsteinherstellung aus dem Dorf bereitgestellt werden. Beim Mittagessen werden uns Köchinnen unterstützen. Bisher ist das Interesse groß und alle wollen mitzuhelfen und zupacken.
Mit einem guten Gefühl für die kommenden Wochen auf der Baustelle ging es auf dem Rückweg noch nach Makenthie. Dort wurden 2022 Trockentrenntoiletten gebaut. Man berichtete uns, wie der Kompost in den letzten Jahren auf den Feldern genutzt wurde und welche Schwierigkeiten dabei aufgetreten sind.
In Makenthie werden wir zudem in den kommenden Wochen unser zweites Projekt im Rahmen dieser Reise starten. Geplant ist die Einführung von Trockentrenntoiletten auf Haushaltsebene. Hierzu sollen in vier Workshops Prototypen entwickelt werden, die anschließend in ersten Haushalten praktisch umgesetzt werden. Dabei ist die enge Zusammenarbeit mit MADAM von großer Bedeutung. In einem ersten Gespräch wurde bereits ein kurzer Überblick über die vorgesehenen Schritte und Aktivitäten in den nächsten Wochen gegeben.
Mit vielen neuen Eindrücken ging es zurück nach Makeni. Unterwegs mussten wir einen kleinen Zwischenstopp einlegen, nachdem ein Feuer auf unseren Weg übergesprungen war. Geplante Brände werden vor Ort genutzt, um Flächen von Gestrüpp zu befreien. Nachdem wir kurz abgewartet hatten, bis sich das Feuer gelegt hatte, konnten wir dann aber weiterfahren.
Während wir in Makeni die nächsten Wochen planten und unsere Wäsche wuschen, begannen die Bauarbeiter bereits damit, das Dach der Schultoiletten in Makali abzureißen. Die 2018 erbauten Toiletten hatten Probleme mit dem Dach und dem Ablauf in den Wassertank. Innerhalb von drei Tagen wurden die Dächer komplett abgebaut, neue Fenstersteine hergestellt und die Wände wieder hochgemauert. Geplant ist ein Pultdach, wie es auch bei den Dächern in Rowaka und Makenthie zu sehen ist. Bis zum Ende der Trockenzeit werden die neuen Dächer auf den Toiletten sein. Die Baustelle wird für die nächsten Wochen erst einmal pausiert und dann nach der Baustelle in Mamuri fertiggestellt. Wir sind gespannt, wie es in der nächsten Woche auf der Baustelle weitergeht.