Licht, Wärme, Perspektiven – 20 Jahre Mikro-Wasserkraft in Phugmoche

Heute möchten wir euch ein Leuchtturmprojekt von Ingenieure ohne Grenzen vorstellen, das im Jahr 2005 errichtete Mikro-Wasserkraftwerk an der Klosterschule in Phugmoche. Das Kraftwerk hat die Aufgabe, die Schule und umliegende Häuser mit Energie zu versorgen. Die Nennleistung beträgt etwa 35 kW. Die Schule wurde im Jahr 1992 unter Mitwirkung von Phugmoche Nepal e.V. eröffnet. Seit über 30 Jahren unterstützt der Verein die Schule.
Im Jahr 2014 wurde dieses Kraftwerk von Ingenieure ohne Grenzen einer umfassenden Wartung unterzogen. Die Regelungs- und Schaltungstechnik wurde vollständig erneuert, ergänzt wurde außerdem eine automatische Lastregelung mit Überlastausgleich in Form eines Heizwiderstands. Zusätzlich wurde das Verteilnetz überarbeitet. Der Kraftwerksbetreiber erhielt eine Schulung, um die Technik nachhaltig zu betreuen.
Während der Ausreise gab es für ein Mitglied unseres Ausreiseteams die Möglichkeit, das Wasserkraftwerk zu besichtigen. Der vorgefundene Zustand war dabei beeindruckend:
Das Kraftwerk befindet sich in einem einwandfreien Zustand und der Kraftwerksbetreiber betreut die Anlage verantwortungsvoll bis heute. Seit 2014 mussten aufgrund von Blitzeinschlägen und dem schweren Erdbeben 2015 mehrere Bauteile getauscht werden, was er nach höchsten Standards durchgeführt hat. Den Überlastausgleich hat er eigenständig größer dimensioniert und nutzt die entstehende Wärmeenergie nun für einen Dörrofen.
Die Spannung war über die gesamte Besuchszeit stabil. Nach Berichten des Kraftwerksbetreibers liefert das Kraftwerk, bei ausreichender Wasserführung, bis heute die Leistung von 35 kW. In der Schule ermöglicht die zuverlässige Versorgung sauberes Kochen auf Elektroherden, Beleuchtung für die Klassenzimmer sowie die Internatsgebäude, eine eingeschränkte Beheizung der Klassenräume und den Betrieb eines Computerlabors. Die Schule selbst ist ebenfalls in einem sehr guten Gesamtzustand. Das ist vor allem der umfassenden Unterstützung durch Phugmoche Nepal e.V. zu verdanken. Nach schwerwiegenden Schäden durch das Erdbeben im Jahr 2015 hat der Verein die Schule an einem sichereren Standort komplett neu aufgebaut. Aktuell haben dort 84 Kinder eine Chance auf Bildung.

