Richtfest mit Ananas

Richtfest mit Ananas

Richtfest

Nachdem nun auch der Dachstuhl fertiggestellt worden war, konnte endlich das Wellblech auf den Dächern befestigt werden. Neben den bereits eingesetzten Fenstersteinen, die für eine angenehme Durchlüftung sorgen und zugleich Tageslicht in die Räume lassen, wurde diesmal zusätzlich über jedem Toilettenraum eine durchsichtige Plastikabdeckung eingebaut, um die Innenräume noch heller zu machen. Für die korrekte Positionierung der Belüftungsrohre, die mit den darunterliegenden Kotkammern verbunden sind, mussten schließlich präzise Löcher in das Wellblech geschnitten werden.

Mit dem Abschluss der Dacharbeiten war ein bedeutender Meilenstein erreicht – der höchste Punkt der Gebäude war vollendet. Dies nahmen wir zum Anlass, ein typisches Richtfest zu feiern. Am Giebel befestigten wir einen geschmückten Richtkranz, und um die Tradition unserer vorherigen Ausreisenden weiterzuführen, erhielt jeder Arbeiter eine Ananas – ein kleines, aber herzliches Zeichen der Wertschätzung.

Nach Rücksprache mit der Schule wurden anschließend die Positionen der Komposte festgelegt. Für den Anfang wurden zwei Ringfundamente gegossen. Dabei war es wichtig, bewusst auf einen Betonboden zu verzichten. Der Untergrund bleibt stattdessen aus Erde, damit sich kein Wasser stauen kann und die Bildung von Schimmel verhindert wird – eine grundlegende Voraussetzung für die einwandfreie Funktion des Komposts. Geplant wurden 2 Komposte, um nach der Trocknung des Kots in den Kammern organischen Dünger herzustellen. Dieser kann in den Gärten und den Feldern der Gemeinschaft genutzt werden. 

Herstellung der Türen

Parallel konnte mit dem Verputzen der Wände begonnen werden. Verwendet wurde ein klassisches Gemisch aus Zement, Sand und Wasser. Dabei spielte die richtige Korngröße des Sands eine entscheidende Rolle, weshalb dieser zuvor sorgfältig gesiebt wurde. Durch wiederholtes Befeuchten der Wände, gefolgt vom Glätten mit Reibebrett und Schwamm, entstanden nach und nach gleichmäßige, glatte Oberflächen.

Währenddessen arbeiteten die Zimmerleute parallel an den Türen: Die Türblätter wurden gehobelt, angepasst und schließlich zusammengesetzt, sodass sie einbaufertig waren.

Toilettenspiele mit den Kindern

Außerdem startete das Training mit den Kindern. Samuel, der neue Mitarbeiter von MADAM für IoG, der bereits viel Erfahrung als Lehrer hatte, hat uns dabei unterstützt. Da es besonders wichtig ist, dass die Kinder alles vollständig verstehen, wurde der Unterricht für die jüngeren Klassen hauptsächlich auf Krio gehalten. Spielerisch lernten die Kinder die Bezeichnungen der Toiletten kennen, tauschten sich darüber aus, was sie dort bereits gesehen hatten, und erfuhren, wofür die einzelnen Öffnungen gedacht sind. Ein zentraler Bestandteil war dabei unser „11-Steps“-Song: Nach mehrmaligem gemeinsamen Singen und Vormachen hatten alle Kinder die Gelegenheit, die einzelnen Schritte selbst vorzuführen. Mit großer Begeisterung und wachsender Sicherheit machten sie mit – und selbst die Jüngsten schafften es nach einigen Versuchen, alle Schritte pantomimisch korrekt darzustellen. So wurde aus Lernen ein lebendiges, gemeinsames Erlebnis.

Das Dach ist drauf