Wo liegt Olasiti – und wie sieht die Schule heute aus?

Logbuch-Eintrag 4 - Projektlogbuch Olasiti
Wo liegt Olasiti – und wie sieht die Schule heute aus?
Nachdem wir in den vergangenen Wochen die Bedeutung von Bildung und die Perspektiven vor Ort beleuchtet haben, möchten wir euch nun konkret an den Standort unseres Projekts mitnehmen. Denn jede nachhaltige Planung beginnt mit einem fundierten Verständnis der örtlichen Gegebenheiten.
Der Standort: Olasiti im Süden Kenias
Olasiti liegt im Süden Kenias im traditionellen Siedlungsgebiet der Maasai, in der Nähe des Amboseli-Nationalparks, an den Hängen des Kilimandscharo, grenznah zu Tansania. Die ländlich geprägte Region zeichnet sich durch weite, trockene Landschaften aus.
Die Menschen leben überwiegend in sogenannten Manyattas, das sind gemeinschaftlich organisierte Siedlungen, in denen mehrere Familien zusammenleben und ihren Alltag gemeinsam gestalten. Diese Strukturen prägen sowohl das soziale Leben, als auch den Zugang zu Bildung.

Einordnung innerhalb Kenias
Die Lage von Olasiti im Süden Kenias verdeutlicht, die Abgelegenheit der Region. Größere Städte und infrastrukturelle Zentren sind weit entfernt, was sich direkt auf den Zugang zu Bildungsangeboten auswirkt.
Für viele Familien bedeutet dies, dass schulische Infrastruktur nicht selbstverständlich verfügbar ist, sondern oft mit langen Wegen verbunden ist.

Die Situation vor Ort
Die Siedlungsstruktur rund um Olasiti ist weitläufig. Früher war es ein Dorf, dass aber aufgrund von zu vielen Bewohnern in zwei Dörfer – Olasiiti 1 und Olasiiti 2 – geteilt wurde. Daher liegen die einzelnen Manyattas teilweise auch mehrere hunderte Meter voneinander entfernt. Das erschwert den Alltag und insbesondere den Schulweg der Kinder.
Die Community School in Olasiti übernimmt daher eine zentrale Rolle:
da sie nicht nur von Kindern aus dem direkten Umfeld besucht wird, sondern auch von Kindern aus den umliegenden Siedlungen.
Schulen mit einem vollständigen Grundschulangebot sind oft mehrere Kilometer entfernt, was einen täglichen Schulweg bedeutet, der für viele Kinder unter den gegebenen Bedingungen kaum zu bewältigen ist.
Die Schule von außen
Das bestehende Schulgebäude wurde Mitte der 1990er Jahre errichtet und dient seitdem als zentraler Lernort für Kinder der Region. Über viele Jahre hinweg hat es sich als wichtiger Bestandteil der lokalen Infrastruktur etabliert.
Gleichzeitig wurden die Gebäude durch intensive Nutzung und klimatische Bedingungen stark beansprucht: Insbesondere Hitze, Trockenheit und saisonale Regenfälle setzten ihnen zu.

Bauweise und Nutzung
Ein Teil der Schule besteht aus einfachen Holzgebäuden. Diese Bauweise ist in der Region verbreitet, da sie eine vergleichsweise schnelle Errichtung mit vor Ort verfügbaren Materialien ermöglicht.
In der langfristigen Nutzung zeigt sich jedoch, dass diese Konstruktionen nur begrenzt dauerhaft sind. Witterungseinflüsse, Temperaturschwankungen und natürliche Alterungsprozesse führen dazu, dass die Substanz mit der Zeit an Stabilität verliert.
Für den Schulbetrieb bedeutet das: Die Gebäude sind zwar weiterhin nutzbar, bieten jedoch langfristig keine verlässliche Grundlage für einen sicheren und kontinuierlichen Unterricht.

Sichtbare Schäden an der Bausubstanz
Neben den Holzgebäuden sind auch an den massiveren Bauteilen deutliche Schäden erkennbar. Insbesondere Rissbildungen im Mauerwerk deuten darauf hin, dass die Konstruktion in Teilen stark belastet ist.
Solche Schäden können unterschiedliche Ursachen haben, beispielsweise Setzungen im Fundament, Materialermüdung oder Einwirkungen durch Temperatur und Feuchtigkeit.
Für die weitere Planung ist es entscheidend, ob es sich um oberflächliche Schäden handelt oder um strukturelle Probleme, die die Standsicherheit der Gebäude langfristig beeinträchtigen.
Ein Blick in die Klassenräume

Die Klassenräume sind funktional ausgestattet und werden täglich genutzt. Gleichzeitig sind deutliche Gebrauchsspuren erkennbar, die auf das Alter des Gebäudes und die intensive Nutzung hinweisen.
Warum diese Eindrücke wichtig sind
Bevor wir konkrete Baupläne entwickeln, müssen wir vor Ort zentrale Fragen klären:
- Wie stabil sind die Fundamente und Wände?
- Ist eine Sanierung technisch sinnvoll oder ist ein Neubau nachhaltiger?
- Welche lokalen Materialien können sinnvoll eingesetzt werden?
- Welche Prioritäten setzt die Community selbst?
Erst auf Basis dieser Analyse können wir fundierte und verantwortungsvolle Entscheidungen treffen.
Nächster Schritt: Technische Bewertung vor Ort
Im März werden wir vor Ort gemeinsam mit unserer lokalen Partnerorganisation die bauliche Situation detailliert erfassen und bewerten. Diese Erkundungsreise bildet die Grundlage für alle weiteren Planungsschritte des Projektes.

Danke, dass ihr diesen Weg mitgeht
Bildung ist keine kurzfristige Hilfe.
Sie ist eine Investition in langfristige Entwicklung.
Wenn ihr unser Projekt unterstützen möchtet, helft ihr nicht nur beim Bau einer Schule, sondern auch beim Aufbau von Zukunftsperspektiven.
👉 Spendenzweck: KEN-IOG16 – Olasiti School
👉 Weitere Informationen im Projektlogbuch
Im nächsten Blog geht es um die Vorbereitungen für unsere Ausreise. Also seid gespannt.