Ausreisebericht - Unsere erste Woche vor Ort in Olasiti: Ankommen, Zuhören und Verstehen
Logbuch-Eintrag 5 - Projektlogbuch Olasiti
Von der Vorbereitung ins Feld: Erste Eindrücke aus Olasiti
Nach Monaten der Vorbereitung begann Anfang März endlich die Projektausreise nach Kenia. Doch bevor technische Untersuchungen, Analysen oder konkrete Planungsschritte im Mittelpunkt stehen konnten, galt es zunächst, die Menschen, die Region und die Rahmenbedingungen vor Ort kennenzulernen.

Ankommen, Zuhören und Verstehen
Bereits während der Anreise nutzte das Team die Zeit, um die letzten Vorbereitungen abzuschließen. Interviewleitfäden wurden überarbeitet, Fragebögen final abgestimmt und die geplanten Erhebungen noch einmal gemeinsam durchgesprochen. Ziel war es, die bevorstehenden Gespräche und Untersuchungen möglichst strukturiert durchführen zu können.
Nach der Ankunft in Nairobi wurden wir von unseren Projektpartnern empfangen. Die ersten Gespräche boten bereits wertvolle Einblicke in die Situation vor Ort und halfen dabei, Erwartungen, Herausforderungen und kulturelle Besonderheiten besser zu verstehen. Gleichzeitig wurden organisatorische Vorbereitungen für die kommenden Wochen getroffen.
Ein wichtiger Schritt war das Treffen mit unserem lokalen Projektpartner Friends of Pastoralism (FoP). Gemeinsam wurden die nächsten Aktivitäten abgestimmt und die Grundlage für die Zusammenarbeit während der Ausreise geschaffen. Anschließend begann die Weiterreise in Richtung Olasiti.
Die Anreise machte bereits deutlich, mit welchen Herausforderungen die Menschen in der Region regelmäßig konfrontiert sind. Starke Regenfälle hatten zahlreiche Straßen unpassierbar gemacht, sodass die ursprünglich geplante Route kurzfristig angepasst werden musste. Dank der Unterstützung lokaler Partner konnte das Team schließlich über den Amboseli-Nationalpark weiterreisen und Olasiti am Abend sicher erreichen.
Besonders eindrucksvoll war der herzliche Empfang durch die Dorfleitung und die Community. Schon in den ersten Gesprächen wurde deutlich, welche Bedeutung die Schule für die Menschen vor Ort hat und welche Hoffnungen mit dem Projekt verbunden werden.

Die Community im Mittelpunkt
Der erste vollständige Tag in Olasiti stand ganz im Zeichen des Kennenlernens. Bei einer großen Versammlung unter freiem Himmel kamen Vertreterinnen und Vertreter der Community, der Dorfleitung, des Schulvorstands, lokaler Behörden sowie unseres Projektpartners zusammen.
Das Treffen bot die Gelegenheit, das Projekt vorzustellen, Fragen zu beantworten und gemeinsam über Erwartungen und Ziele zu sprechen. Besonders wichtig war dabei die Diskussion über die langfristige Verantwortung für das Projekt. Schnell wurde deutlich, dass nachhaltige Lösungen nur dann erfolgreich sein können, wenn sie langfristig von der Community getragen und weiterentwickelt werden.
Für das Projektteam waren diese Gespräche von großer Bedeutung. Sie halfen dabei, die lokalen Entscheidungsstrukturen besser zu verstehen und ein Gefühl für die Prioritäten der Menschen vor Ort zu entwickeln.

Die Schule durch die Augen der Kinder
Ein besonderer Höhepunkt der ersten Woche war der Besuch der Olasiti Community School. Neben Gesprächen mit Lehrkräften, Eltern und weiteren Mitgliedern der Community stand dabei vor allem der Austausch mit den Schülerinnen und Schülern im Mittelpunkt.
In einem Workshop wurden die Kinder eingeladen, ihre Vorstellungen von einer zukünftigen Schule zu zeichnen. Die Ergebnisse waren beeindruckend. Viele Zeichnungen zeigten nicht nur Klassenräume, sondern komplette Schulgelände mit Sportflächen, Toiletten, Wasserstellen, Grünflächen und sicheren Umzäunungen.
Die Zeichnungen machten deutlich, dass die Kinder ihre Schule nicht nur als Ort des Lernens verstehen. Vielmehr wünschen sie sich einen sicheren und ansprechenden Raum, der Bildung, Gemeinschaft und Freizeit miteinander verbindet.
Parallel dazu wurden Interviews mit Frauen der Community sowie weiteren relevanten Gruppen geführt. Die Gespräche zeigten, dass Themen wie die Qualität der Klassenräume, die Sicherheit der Kinder, der Zugang zu Bildung sowie die vorhandene Infrastruktur für viele Familien von zentraler Bedeutung sind.
Gleichzeitig stärkten die offenen Gespräche und die aktive Einbindung der Community das gegenseitige Vertrauen – eine wichtige Grundlage für die weiteren Projektphasen.
Alle Zeichnungen der Kinder sind hier zu finden:
Erste Erkenntnisse
Nach den zahlreichen Gesprächen, Workshops und Ortsbegehungen nutzte das Team die folgenden Tage, um die gesammelten Informationen auszuwerten und zu dokumentieren. Dabei wurden erste Schwerpunkte sichtbar, die für die weitere Projektplanung von besonderer Bedeutung sind.
Dazu gehören insbesondere die Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung (WASH), die Energieversorgung der Schule, die Qualität und Sicherheit der Klassenräume sowie langfristige Konzepte für Betrieb und Instandhaltung zukünftiger Infrastruktur.
Darüber hinaus boten Gespräche mit regionalen Behörden wertvolle Einblicke in die Verwaltungsstrukturen und das Bildungssystem der Region. Diese Informationen helfen dabei, das Projekt in die bestehenden Rahmenbedingungen einzuordnen und mögliche Kooperationsmöglichkeiten frühzeitig zu berücksichtigen.
Fazit der ersten Woche
Die erste Woche stand ganz im Zeichen des Zuhörens, Verstehens und Kennenlernens. Bevor technische Lösungen entwickelt werden können, müssen die Bedürfnisse und Erwartungen der Menschen vor Ort verstanden werden.
Die Gespräche mit der Community, die Ideen der Kinder und die ersten fachlichen Untersuchungen haben dafür eine wichtige Grundlage geschaffen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Menschen in Olasiti großes Interesse daran haben, die Zukunft ihrer Schule aktiv mitzugestalten.
Mit diesen Erkenntnissen startet das Team nun in die zweite Woche der Ausreise, in der die technischen Untersuchungen und die vertiefte Analyse der bestehenden Infrastruktur im Mittelpunkt stehen werden.

Danke, dass ihr diesen Weg mitgeht
Bildung ist keine kurzfristige Hilfe.
Sie ist eine Investition in langfristige Entwicklung.
Wenn ihr unser Projekt unterstützen möchtet, helft ihr nicht nur beim Bau einer Schule, sondern auch beim Aufbau von Zukunftsperspektiven.
👉 Spendenzweck: KEN-IOG16 – Olasiti School
👉 Weitere Informationen im Projektlogbuch
Ausblick
In den nächsten Wochen teilen wir die Eindrücke aus der 2. Woche mit euch und zeigen, welche Eindrücke wir sammeln konnten.