Zamora zum Ersten – ganz kurz gefasst (24.09.2010)

Zamora zum Ersten – ganz kurz gefasst (24.09.2010)

Gestern Abend sind wir nun wieder von unserer Zamora-Reise nach La Paz zurückgekehrt. Bisher (außer etwas Sonnenbrand) unbeschadet durch die Höhe (3800 bis 4400 m), die Kälte im recht zugigen Klassenzimmer (das uns als Schlafplatz diente)  und dem Hochlandessenmit schmutzigen Fingern.  Obwohl die Begrüßungsehr nett und selbst üpige Bewirtung mit Mittagessen während der Probennahmen(mit Kartoffeln, gefriergetrockneten Kartoffeln, Wurzeln, Bohnen, Käse und Chilisoße aus mitgebrachten Stoffbeuteln) gegeben war, war es ganz schön, nach den vier Tagen im touristischen Copacabana wieder duschen zu können. Nicht dass jemand denkt, wir hätten nur Urlaub gemacht! Der eigentliche Grund für den Zwischenstop in Copacabana, das etwas abseits der Route Zamora – La Paz am Titicacasee liegt,war der Besuch bei Martin Strätker, ein Deutscher, der neben einem Hotel in Copacabana auch ein Wasser- und Gewächshausprojekt in der Umgebung verwaltet. Außer dass wir von Martin sehr herzlich empfangen wurden, konnten wir uns auch gleich „sein“ Projekt ansehen und nahmen einiges an Eindrücken und Ideen über die Verwirklichung von Projekten dieser Art auf dem Altiplano mit. An dieserStelle auch nochmals vielen Dank an Martin (falls er trotz seiner geringen Computerfreundschaft doch auf diese Seite stoßen sollte ;-)) für den herzlichen Empfang und die sehr nette Hilfe!

Da die Meisten allerdings wahrscheinlich auf die Neuigkeiten aus Zamora gespannt sind, ganz kurz die ersten Eindrücke dazu:

Wie schon angedeutet wurden wir am Sonntag sehr freundlich von der Dorfverwaltung (vielleicht äquivalent zum Gemeinderat) und den Mitgliedern der Trinkwasser- und Bewässerungskomitees mit einem Mittagessen im Versammlungsraum der Ortschaft begrüßt. Am gleichen Tag wollten wir eigentlichnoch mit der Probennahme beginnen, wobei uns aber in gewisser Weise ein Graben im Weg stand. Nachdem wir unseren Mietwagen nach ca. 2 Stunden daraus befreit hatten, war es für die Probennahme leider zu spät. Dafür verbrachten wir die folgenden zwei Tage hauptsächlich damit, in Begleitung von drei bis sieben Ortsansässigen die Wasserläufe abzugehen und Proben zu nehmen. Dabei konnten wir zu den geplanten Proben zusätzlich einige innerhalb der belasteten Mine und aus Trinklöchern im moosigen Feuchtgebiet abseits des Baches nehmen, auf deren Ergebnisse wir sehr gespannt sind. Zumindest die pH-Wert-Messung ergab schon eine sichtbare Verbesserung in den 8 m vom Lauf entfernten Löchern.

Hauptsächlich Mittwochmorgen interviewten wir noch einige Ortsansässige, um einen gewissen Eindruck über die momentane Situation im Ort und vor allem den Wasserbedarf und alternative Quellen zu bekommen.

Zusammenfassend lässt sich vielleicht schon sagen, dass es mit einer reinen Behandlung oder Separierung von belasteten und unbelasteten Minenabwässern wahrscheinlich nicht getan sein wird, da der permanente Zufluss aus diesen für die Bewässerung nicht ausreichen würde. Eher müsste dies als erste Maßnahme und die Suche nach mehr Wasser - sei es durch Regenwasserspeicherung oder der Suche nach anderen Quellen – als zweite aber ebenso wichtige Teilaufgabe angesehen werden.

Etwas mehr über Zamora und unser zweites Treffen mit der GTZ (dieses Mal mit dem Bewässerungsprogramm) folgt hoffentlich heute Abend oder morgen, vielleicht auch mit Fotos, wenn ich es schaffen sollte, welche hochzuladen.

Muchos Saludos desde La Paz,

Gerold y Philipp