Jahresrückblick 2015

Jahresrückblick 2015

Robin Grab, 28.01.2016 22:26

Wir blicken zurück auf ein ereignisreiches Jahr 2015 im Projekt "Wasser für Tête L'Étang". Der erste Höhepunkt war die Erkundungsreise nach Haiti im März und April 2015, die unsere Projektteam-Mitglieder Sarah, Lukas und Robin durchgeführt haben.

Dank großzügiger privater Spenden über unsere betterplace-Seite und der Unterstützung der Mitarbeiter des  Fraunhofer ISE , der Basler Firma ecos und der Tropenarztpraxis Dr. Thum und Dr. Deissler in Freiburg-Kappel konnten wir unsere Flüge, Versicherungen, ärztliche Untersuchungen und Reisekosten vor Ort decken. Zudem konnten wir gemeinsam mit Bewohnern aus Tête L'Étang ein erfolgreiches Wasserprojekt in einer anderen Gegend Haitis besuchen, was für alle Beteiligten inspirierend und motivierend wirkte.

Bei der Reise wurden wir von unserem  haitianischen Kooperationspartner HPE  aufgenommen, begleitet und unterstützt. Nur wegen dieser schönen Zusammenarbeit hat unser Projekt Aussicht auf dauerhaften Erfolg, da HPE als haitianische Organisation in der Zielregion fest verwurzelt ist, für die nötigen Kontakte und Arbeitserlaubnisse sorgt und dauerhaft die Bevölkerung von Tête L'Étang ausbildet, so dass diese die von uns errichtete Infrastruktur sinnvoll nutzen und erhalten kann.

Bei unserem Aufenthalt in Tête L'Étang nahmen wir Anteil an der tiefen Armut und an der prekären Wasserversorgung der Bevölkerung. Wir genossen aber auch Gastfreundschaft, gemeinsames Musizieren und Fußballspielen, und schlossen persönliche Bindungen. Durch Befragung aller Haushalte von Tête L'Étang und dem Nachbarort Duverger sowie durch Begehungen und Untersuchungen der gesamten Umgebung gewannen wir den Eindruck, dass die schwierige Wassersituation am besten durch die Reparatur und den Ausbau eines Wasserleitungssystems, das bereits Teile unseres Zielgebietes versorgt, verbessert werden kann. Dies und andere Optionen diskutierten wir auch in mehreren Versammlungen mit der Dorfgemeinschaft. Die Diskussionen dabei zeigten uns, dass dieser Ansatz am vielversprechendsten ist, aber auch viel Konfliktpotential zwischen verschiedensten Nutzergruppen und Bevölkerungsschichten mit sich bringt.

Nach unserer Erkundungsreise folgte eine Phase der Ergebnisauswertung, der Berichterstattung und der Planung. Zudem nutzten wir die Gelegenheit, unsere Erfahrungen und Erkenntnisse zu verbreiten, unter anderem durch Vorträge am  Fraunhofer ISE , bei der Firma badenova und beim  VDI . Im Laufe der Nachbereitung der Reise wurde klar, dass der Neubau des Wasserleitungssystems nur als Ganzes angefasst werden kann. So ist von dieser Maßnahme eine ganze Region betroffen, was den Nutzen unserer Arbeit vervielfacht, uns aber auch vor finanzielle und organisatorische Herausforderungen stellt, die wir als relativ kleiner Verein mit ausschließlich ehrenamtlicher Projektarbeit nicht alleine bewältigen können.

Deswegen haben wir uns intensiv um die Herstellung von Kontakten gekümmert und mit der französischen NGO  ESD  Verbindungen aufgenommen. Nach zwei Treffen in Paris und Straßburg sowie vielen E-Mails und Telefonaten festigt sich unsere Partnerschaft zusehend und wir hoffen, das gewachsene Projekt in Zukunft gemeinsam angehen können. Die haitianisch-französische-deutsche Zusammenarbeit von HPE, ESD und Ingenieure ohne Grenzen Freiburg gibt uns die Chance, uns gegenseitig zu ergänzen, voneinander zu lernen und so hoffentlich ein Projekt zum Erfolg zu führen, das sich im Laufe des Jahres 2015 von einem kleinen Wasserprojekt hin zu einer regional bedeutsamen Infrastrukturmaßnahme entwickelt hat.

Im neuen Jahr planen wir gemeinsam mit diesen Partnern eine weitere Reise nach Haiti, um die Baumaßnahmen vorzubereiten und genaue Baupläne zu erarbeiten. Dafür haben wir bereits wieder wesentliche Spenden einsammeln können. Wir danken allen unseren Spendern ganz herzlich und wünschen euch ebenso wie uns selbst ein glückliches und vor allem erfolgreiches neues Jahr 2016.