Erkundungsbericht
Karsten Dreimann
23.05.2013 08:09
Die Erkundung des Schulprojekts der Regionalgruppe Ulm/Neu-Ulm ist abgeschlossen. Im Mai 2013 haben Christina Starz und Rudi Seidel hierzu acht Schulen in der Provinz Cabo Delgado besucht. Sieben der Schulen sind unmittelbar für unser Projekt geeignet, so dass nun im Projektteam die (mögliche) Implementierung diskutiert werden wird.
Bereits bei der Einfahrt in Das Dorf Imbuho-A wird unser Team, bestehend aus Christina, Rudi, ihrem Dolmetscher Silvestre und ihrer Kontaktperson zu Progresso, Nganga, von einer großen Gruppe Kinder auf Portugiesisch mit den Worten "Hallo Herr/Frau Lehrer" empfangen. Die staatliche Bildungsprogramm Mosambiks sieht heute eine Schulpflicht von sieben Jahren vor, in denen neben Lesen, Schreiben und Rechnen auch Portugiesisch, Natur- und Gesellschaftswissenschaften unterrichtet werden. Die Analphabetenquote der Erwachsenen ist auch nach über 20 Jahren des Ende des Bürgerkrieges mit etwa 50% weiterhin sehr hoch. Ein regionales Problem der Provinz Cabo Delgado ist außerdem die Wasserversorgung. Durch geologische Gegebenheiten der Region sind in höheren Lagen für Brunnen Bohrtiefen von über 600m notwendig, die Dorfbevölkerungen müssen daher zum Teil mehrere Kilometer bis zu der nächsten Stelle mit sauberem Wasser zurücklegen.
Schwerpunkt der Erkundung war der Besuch der acht Schulen, die von unserer Partnerorganisation, Associação Progresso, vorausgewählt wurden. Voraussetzung war dazu eine gute Prognose, dass durch die Elektrifizierung Abendunterricht für Erwachsene angeboten werden wird. Die Schulen unterrichten zur Zeit alle Vormittags und Nachmittags im 2-Schichtbetrieb. Außerdem wurde die lokalen Beschaffungsmöglichkeiten von Baumaterial und anderer für die Implementierung notwendiger Materialien ermittelt. Aber auch abseits ihrer unmittelbaren Aufgabe konnten die beiden, zum Beispiel durch die Reparatur eines Windkraftrades, unmittelbar helfen.
Sieben der acht Schulen erwiesen sich als unmittelbar für die Elektrifizierung geeignet. Sie waren durchgehend in einem sehr guten Zustand, zwei der Schulen werden zur Zeit noch durch weitere Gebäude erweitert oder wurden gerade erst fertiggestellt. Die Ausstattung der Schulen unterschied sich jedoch gewaltig. Viele der Schulen verfügen über Bänke und Tische für die Schüler. Einzelnen Schulen müssen einen Teil des Unterrichts draußen unter Bäumen verrichten, da die entsprechenden Räumlichkeiten fehlen. Die achte Schule ist momentan vermutlich nicht für die Ausstattung mit Elektrizität geeignet. Durch einen Sturm im vergangenen Jahr wurde ein Teil des Daches abgedeckt und die Schule ist seitdem weiter verfallen. Eine Rekonstruktion des Daches und Reparatur der übrigen Schäden ist daher vermutlich unabdingbar.
Das mitgebrachte Picosolarsystem wurde in allen Gemeinden begeistert aufgenommen, viele Familien können sich die private Anschaffung eines solchen Systems vorstellen. Gerade, da die monatlichen Kosten für Leuchtmittel (Kerosin, Kerzen o. ä.) bis zu 10€ betragen. Aber auch die von unserem Technikteam entwickelten, und leicht nachzubauenden, LED-Lampen, fanden großes Interesse. Bei einigen Schulen scheint auch die Ausstattung mit kleinen Windkraftanlagen möglich, das weitere Vorgehen bei der Implementierung wird daher in dem Projektteam besprochen werden. Natürlich werden wir Sie über den weiteren Projektverlauf auf dem Laufendem halten.