Erkundungsbericht - Mosambik

Erkundungsbericht - Mosambik

Daniel Schwarz

27.03.2011 11:58

Die Schulerkundung der Ingenieure ohne Grenzen e.V. Ulm/Neu-Ulm  ist abgeschlossen und das Projekt steht: Sie werden im Sommer 2011 zwölf Schulen in Mosambik mit Solarlampen versorgen.

Ein Pickup fährt über die geteerte Straße, die sich langsam in eine sandige Piste auflöst. Überall sind noch die Auswirkungen der Regenzeit zu sehen und in den Straßengräben hängen Autos im Schlamm fest. Sitzplätze gibt es nur wenige im Pickup, der Rest der Mannschaft steht auf der Ladefläche in der Sonne. Unter ihnen sind Brita Emmermacher und Marco Abdallah, zwei ehrenamtliche Mitglieder von Ingenieure ohne Grenzen in Ulm. Sie sind auf der mehrstündigen Fahrt von Maputo nach Chokwe. Von dort aus möchten sie 16 Schulen in kleinen Dörfern besichtigen.

Mosambik ist ein sehr armes Land. Viele Menschen leben gerade mal von 2 US-Dollar pro Tag. Um diesen geringen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeiten sie täglich hart auf den Feldern. Oft sind Frauen auf sich allein gestellt, denn ihre Männer sind Wanderarbeiter in Südafrika. Die Analphabetenrate ist sehr hoch und genau hier soll das Projekt ansetzen. Durch Solarlampen in Schulen soll Unterricht auch abends für Erwachsene möglich werden.

In den Dörfern wurden die beiden Ulmer mit fröhlichem Gesang empfangen.  „Wir hätten viele Dörfer allein gar nicht gefunden“, berichtet  Marco Abdallah, „nur durch die Unterstützung der Caritas Chokwe kamen wir mit den Dorfbewohnern schnell in Kontakt.“ Auch die Masterstudenten Andre Cuinica und Basilio Tamele, die der Gruppe von Dr. Boaventura  Cuamba der University Eduardo Mondlane zur Seite gestellt wurden, erwiesen sich als wichtige Vermittler. Gemeinsam besuchten sie insgesamt sechzehn Schulen, stellten die Pico-Solarsysteme vor, beantworteten viele Fragen und erkundigten sich, ob die Hilfe überhaupt erwünscht und sinnvoll ist. In jedem Dorf suchte man außerdem nach einem Weg, wie die Finanzierung für die Instanthaltung der Geräte gesichert werden kann. „Der Zusammenhalt in den Gemeinden beeindruckte mich am allermeisten und trotz der Armut konnten wir immer Lösungen für diese Probleme finden“, erzählt Brita Emmermacher.

In Deutschland verfolgten die Gruppenmitglieder gespannt die Berichte der beiden und sind nun besonders motiviert, das Projekt voranzutreiben.  „Wir haben Schulen und sehr zuverlässige Partner in Mosambik gefunden. Dadurch ist unser Plan nun endgültig zum Projekt geworden“, freuen sich Benjamin Seckinger und Mario Poimer, die Gründer der Regionalgruppe Ulm/Neu-Ulm. Sie hoffen nun auf viele Spender, denn insgesamt sollen 14 Schulen versorgt werden.