Die Reise beginnt
04.04.2013 23:33
Jakob Rauch
Nach zwei Nächten, in denen wir kaum in der Lage waren zu schlafen, sind wir nun wohlbehalten im Dechavan Camus angekommen und müssen uns erstmal akklimatisieren. Zeit also, um in Ruhe über die Reise zu berichten. Los ging es bereits am Abend des 31.3., von Frankfurt direkt nach Delhi. Der Zeitverschiebung sei Dank, verbrachten wir die gesamte Nacht in der Luft und kamen entsprechend ausgeschlafen an. Neben einem unglaublich großen Flughafen erwarteten uns sommerliche 30° C. Die anschließende Fahrt zum Hotel gestaltete sich umständlicher als erhofft. Das erste Taxi kam etwa einen Kilometer weit, musste dann aber wieder umdrehen, da der Fahrer den Weg nun doch nicht mehr so sicher wusste. Zugegeben, wir hatten uns für eins der vielen Tausend kleinen Hotels entschieden. Immerhin verlangte er nicht mal ein kleines Trinkgeld für die Fahrt und brachte uns ohne Murren zum Flughafen zurück. Mit dem zweite Taxi, diesmal ein offizielles, kamen wir immerhin in die Nähe des Hotels. Aber auch hier war sich der Fahrer nicht immer ganz sicher, zum Glück konnte ihm Harald den Weg zeigen. Die letzten Meter durch die engen Gassen legten wir stilecht in einer Fahrradrikscha zurück. Nach einer kurzen Pause machten wir uns zunächst auf die Suche nach einem Frühstück. Auch hier zeigte sich zum wiederholten Male, dass ein gebrochenes „ok“ oder „no problem“ bei weitem nicht das zu bedeuten hat, was wir darunter verstehen. Deutliches und wiederholtes Nachfragen bringt einen aber in der Regel doch irgendwann ans Ziel.
In Anbetracht des feucht-warmen Klimas legten wir eine etwas längere Pause ein, um uns im Anschluss ausgeruht nochmal in das Gewusel der vielen kleinen Gassen begeben zu können. Sowohl die Menschenmassen als auch die unglaubliche Vielzahl an Eindrücken machten diesen Ausflug auf jeden Fall zu einem Erlebnis. Nach dem Abendessen in einem der vielen kleinen Imbissbuden war der Tag für uns recht früh zu Ende. Schließlich war das Taxi zum Flughafen für 3:00 Uhr am nächsten Morgen bestellt.
Mit gut einer Viertelstunde Verspätung machten wir uns am nächsten Tag, über nahezu menschenleere Straßen und mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit, auf den Weg zum Flughafen. Nur bei genauerem Hinschauen waren immer wieder schlafende Menschen am Straßenrand zu sehen. Mit Hilfe des Taxifahrers kamen wir pünktlich am richtigen Flughafen an und flogen von dort weiter nach Leh, der Provinzhauptstadt von Ladakh. Der Anflug durch enge Bergtäler und der Blick in den Himalaja war beeindruckend, ließ aber auch erahnen, dass wir wieder den dicken Pullover auspacken mussten. Die angekündigten 2°C stellten sich aber als erstaunlich mild heraus und so konnte der dicke Mantel vorerst im Koffer bleiben. Im Vergleich zu Delhi ist der Flughafen in Leh ausgesprochen überschaubar. Die Ankunftshalle war mit den 130 Passagieren unseres Fluges gut gefüllt. Es gibt zwei Kofferbänder und einige Schalter. Mehr hat die einstöckige Baracke nicht zu bieten. Entsprechend schnell saßen wir mit unseren Rucksäcken im Taxi und waren auf dem Weg zu unserem eigentlichen Ziel, dem Devachan Campus, bzw Mahabodh Meditation Center. Auch diesmal erwies es sich als ausgesprochen hilfreich, dass Harald dem Taxifahrer den Weg zeigen konnte. Ansonsten wären wir wohl noch etwas länger durch das überschaubare Leh gefahren. Viel war um diese Uhrzeit noch nicht auf den Straßen los. Nur vereinzelt waren ein paar Straßenfeger, streunende Hunde und die für Indien sehr typischen Rinder zu sehen.
Der Empfang auf dem Campus war überaus freundlich, wenn auch sehr spontan, da man erst am vierten April mit uns gerechnet hatte. Dennoch wurden wir mit einem leckeren Frühstück versorgt und bekamen unsere Zimmer. Wegen der langen Anreise und vor allem auch der Höhe von über 3000mNn verlief der restliche Tag sehr ruhig. Im Laufe des Tages machten wir dann noch ein Spaziergang über einen Teil des Geländes, um sich schon mal einen ersten Überblick von dem zu verschaffen, was wir uns in den nächsten Tagen genauer anschauen wollen.