Die Fahrt nach Laria und die Mittagsroutine
26.07.2014 14:38
Thomas Schlicht
Vom Freitag, den 25.Juli, gibt es dieses Mal eine etwas lebendigere Story direkt aus der Feder unserer Entsandten:
Der heutige Tag fing früh an, denn wir wollten um 8 Uhr in Laria sein. Laria ist eine etwas entlegene Gegend, sodass man mit den schlechten Straßen hier doch mindestens 40 Minuten einplanen muss. Heute waren es dann 230 Minuten … denn es hatte die Nacht über stark geregnet, sodass die Wege hauptsächlich aus Matsch bestanden. Nach viel Gerutsche passierte dann doch das Unvermeintliche: Wir sind stecken geblieben! Und nicht nur ein bisschen, sechs freiwillige Helfer aus der Gegend und 1 ½ Stunden Grab- und Schiebarbeit waren nötig, um uns wieder auf den richtigen Weg zu bringen. In der Zwischenzeit konnten wir uns mit den Insassen anderer liegengebliebener Wagen anfreunden.
In Laria leicht verspätet angekommen, waren wir alle bis zum Essen gut beschäftigt. Während Isabel dem Arbeiter Isphon bei den letzten Innenschichten vom Tank half, war Annika mit Evaluationsinterviews der Familien beschäftigt und Mareike unterstützte fleißig die Frauen beim Kochen. In Kenia muss man aufpassen, wo man isst beziehungsweise seinen Teller abstellt, da überall Tiere rumlaufen, die nur zu gerne den Tellerinhalt an sich nehmen.
Bei unseren Familienbesichtigungen werden wir mittags meist von den anwesenden Frauen bekocht. Es ist üblich, gemeinsam zu essen und dies wird von allen sehr geschätzt. Diese Routine hat einen hohen Stellenwert, da jeder seine Arbeit liegen lässt und sich aufs stärkende Essen, meist bestehend aus Kohl und Ugali, konzentriert. Ugali ist ein Gericht aus Maismehl. Beim Bau ist die Nutzergruppe für das Essen der Vorarbeiter und aller Anwesenden verantwortlich, somit gibt es täglich wechselnde Kochgrüppchen aus Nutzergruppenmitgliedern, die den Großteil des Vormittags in der Küche verbringen und Mengen an Essen herauszaubern.
Über die gemeinsame Arbeit auf dem Bau, vor allem mit den Helfern aus den Nutzergruppen, kommt man gut ins Gespräch. Hierbei können sehr nützliche Informationen gesammelt werden, die für die Evaluation brauchbar sind. Trotz manchen Verständnisproblemen und notwendigem Übersetzer versteht Annika es, die für sie interessanten Details herauszufinden. In nächster Zeit wird dies bei vielen Familienbesuchen und Nutzergesprächen perfektioniert werden. Auch stehen Wassertests und Wasseraufklärung, vor allem bei Mareike, auf dem Zeitplan, welche wiederum im engen Kontakt mit den Menschen vor Ort durchgeführt werden.