Schwarzer Freitag

Schwarzer Freitag

Freitag 04-02-2011

Wir hatten spontan bei Christina übernachtet, weil wir nach Mitternacht noch nicht mit der Durchsicht, Auswahl und Beschriftung von Bild- und Videomaterial durchgekommen waren. Zum Brennen benötigten wir Christinas PC, denn unsere kleinen Netbooks besitzen kein CD-Laufwerk. Während des Morgens konnten wir unsere Arbeit dann beenden. Wir erlebten auch noch die Ankunft von zwei Kunststudentinnen, die als Volontäre an der Schule arbeiten werden und uns dann auch bei unserem Projekt helfen möchten.

Außerdem stand die zweite Zahlung der Safari aus. Am Abend vorher konnte Verena kein Geld von unserem Privatkonto abheben. Deswegen half uns Anna zunächst aus.

Auf dem Weg zur Übergabe des Materials an Karsten versuchten wir dann Geld vom Projektkonto abzuheben und wieder war keine Auszahlung möglich. Allmählich kamen wir ins Stutzen. Trotz einiger Vorauszahlungen und Materialbestellungen konnten wir niemals die auf der Kreditkarte verbuchten 3000€ ausgegeben haben.

Nach unserem Treffen mit Karsten fuhren wir deshalb erst mal nach Hause und prüften die Kontobewegungen im Online Banking und stießen auf eine unangenehme Überraschung. Zwei Tage zuvor wurde unser gesamtes verbleibendes Guthaben der Karte (1600 €) in Nairobi bar abgehoben. Eine Überprüfung des privaten Kontos kam zum selben Ergebnis, auch hier wurde alles (200 €) gestohlen. Puh, das mussten wir erst einmal verdauen.

Zwei Telefonate mit der Bank später waren wir schlauer. Die Karten wurden gesperrt und alles Notwendige für eine Reklamation eingeleitet. Dazu gehörte auch eine Anzeige bei der Polizei. Wahrscheinlich wurde ein von uns beiden benutzter Geldautomat derart manipuliert, dass alle Daten der Karten und der PIN ausgelesen wurden. Daraufhin müssen Duplikate der Karten erstellt worden sein. Die Polizei geht von professionellen Banden aus. Obwohl uns keine Fahrlässigkeit angehaftet werden kann, ist es ungewiss, ob die Bank den Schaden ersetzen wird. Ein Gespräch mit unseren Projektkoordinatoren kam aber zu dem Schluss, dass anderenfalls der Hauptverein aufkommen wird.

Da standen wir nun, ohne Geld und ohne Karten. Doch der Tag war noch nicht zu ende. Während wir noch völlig in diesem Problem hingen, kamen Daniel und Allan aus Kwale zurück.

Zwar haben wir nun den ersehnten Stempel aus dem Physical Planning Office, doch aufgrund ihrer langen Abwesenheit war das Büro dermaßen überfüllt, dass nach der Wartezeit keine Möglichkeit blieb auch die anderen beiden Büros aufzusuchen. Außerdem verfügte sie, dass wir einen zusätzlichen Umweltbericht in Auftrag geben müssen, der wiederum mit Kosten verbunden ist. Die Beschaffung der fehlenden Dokumente wird den gesamten Montag einnehmen. Deswegen wurde ein Baustopp bis Dienstag ausgesprochen.

Reichlich frustriert gingen wir nach Hause. Beim Abendessen konnten wir die Situation schon sarkastischer betrachten und tüftelten bei immer gleichen Kirchenmusikvideos an einem Toilettensong.

Nur Gut, dass wir für das Wochenende die Safari gebucht hatten. Eine Stimmungsaufhellung kam gerade recht.