Schulunterricht: Teil 2
30.09.2011 09:54
Der Wissenstransfer zum Thema Energie schreitet fort. Die Kinder und Lehrer sind begeistert. Mit Hilfe vieler Experimente werden die Inhalte anschaulich vermittelt.
Die erste Woche mit Unterrichtsstunden ist vorbei. Da die Schüler meist Frontalunterricht gewöhnt sind, ist unser Unterricht mit vielen Experimenten eine spannende Abwechslung im Schulalltag.
Die Inhalte der Unterrichtsstunden wurden mit Science-Teacher Jashon auf den Wissensstand der Schüler abgestimmt.
In den folgenden Beiträgen werden wir auf einzelne Stunden genauer eingehen. Inhalt der ersten Stunden waren Sonnen-, Wind- und Wasserenergie.
Zum Thema Sonnenenergie hatten wir zahlreiche Experimente vorbereitet. Bei 68 Schülern sind Experimente natürlich nur möglich, wenn diese in kleinere Gruppen aufgeteilt werden. Unterstützung haben wir daher von drei weiteren deutschen Volontären erhalten, die an der Schule als Lehrer bzw. Assistenzlehrer arbeiten. Mit Hilfe der Volontäre und Science-Lehrer Jashon konnten wir somit 4 verschieden Stationen zum Thema Sonnenenergie aufbauen. Die Schüler hatten an jeder Station in Kleingruppen Zeit sich intensiv mit den Experimenten zu beschäftigen.
An der ersten Station wurde den Kindern vermittelt, dass die Aufnahme von Sonnenenergie von der Farbe abhängt. Es wurden drei kleine Flaschen mit Wasser gefüllt in die Sonne gelegt. Eine war transparent, die anderen beiden schwarz bzw. weiß angestrichen. Auf die Frage hin, in welcher Flasche das Wasser in der gleichen Zeit am wärmsten wird, hat sich fast die Hälfte der Schüler für die schwarze, die andere Hälfte für die transparente Flasche entschieden. Nachdem die Schüler dann selbst fühlen durften, war die Antwort klar: Die schwarze Flasche nimmt am meisten Energie auf. Anschließend wurde den Kindern der Zusammenhang zwischen Farbe und Energieaufnahme erläutert.
An der gleichen Station war auch ein Solar-Ballon vorbereitet, der leider nicht steigen wollte. Wir vermuten, dass die schwarze Plastiktüte ein kleines Loch hatte und werden den Versuch nochmals wiederholen.
An der nächsten Station konnte mit Hilfe von selbstgebastelten Sonnenenergiekollektoren, die auf den Zeigefinger gesteckt wurden, gefühlt werden, wie viel Energie durch die Sonne produziert wird. Die Kinder konnten hier auch lernen, das sich Sonnenenergie mit der richtigen Konstruktion auch „sammeln“ lässt.
Am spannendsten für die Schüler war das Experiment an der dritten Station: Mit Hilfe einer Lupe wurden die Sonnenstrahlen auf einen Punkt gebündelt. Innerhalb von Sekunden konnte dann damit ein Papier angezündet werden. Durch Ausprobieren wurde den Schülern gezeigt, dass es unterschiedlich lange dauert bis sich das Papierentzündet, abhängig von der Entfernung zur Linse, dem Einstellungswinkel der Linse oder dem Brennmaterial.
An der letzten Station wurde der Stand der Sonne zu verschiedenen Tageszeiten mit Hilfe einer Taschenlampe gezeigt. Durch anschauliches aufmalen von Energiepunkten in den entstehenden Figuren wurde den Schülern schnell klar, dass auf dem gleichen Stückchen Erde mittags mehr Energie ankommt, als morgens oder abends. Da die Schule einen Globus besitzt, konnte auf diesem dann Länder gesucht werden die besonders gut zum Sonnenenergiesammeln geeignet sind. Die Schüler haben sofort erkannt, dass ihr Land, Kenia, bestens dafür geeignet ist.
Zum Schluss jeder Stunde wird das erarbeitete Wissen zu einem Tafelbild zusammengefasst. Dieses schreiben die Kinder in ihr Heft ab, damit sie in Zukunft in aller Ruhe nochmals nachlesen können, was ihnen die Ingenieure ohne Grenzen zum Thema Sonnenenergie gezeigt haben.
Die Kinder haben immer sehr viel Freude am Unterricht und fragen uns am Ende der Stunde, wann wir denn das nächste Mal Unterricht halten.
Der Fokus in den nächsten beiden Wochen liegt weiterhin auf dem Wissenstransfer. Wir werden ein Teachers College in Mombasa besuchen und die nächsten Unterrichtsstunden vorbereiten.
Mittlerweile ist auch die deutsche Schulgründerin Christina Missong in Kenia eingetroffen. In den nächsten Tagen werden wir gemeinsam mit ihr und der kenianischen Schulleitung die zukünftige Stromverwendung besprechen.