Wasser ist Leben
14.10.2011 21:18
Im Rahmen der Vorerkundung ist es die Aufgabe der Ingenieure ohne Grenzen die Lage des Projektpartners vor Ort genau zu analysieren und Zahlen, Daten und Fakten zu sammeln.
Im heutigen Bericht gehen wir genauer auf die aktuelle Wasserversorgung der DARAD Schule ein. Auf dem Gelände der Schule leben in drei Hütten Menschen, die dem Sozialprojekt der Schule angehören. Ziel dieses Projekts ist es mit Hilfe von Mikrokrediten den Menschen die Basis für ein eigenständiges Einkommen zu bieten. Die Teilnehmer des Sozialprojekts stellen Seife her, nähen Kleidung oder kochen kenianische Spezialitäten, welche in schulnähe verkauft werden.
Neben den Menschen des Sozialprojekts, die sich den ganzen Tag auf dem Schulgelände aufhalten, sind tagsüber noch etwa 200 weitere Personen auf dem Gelände: Schüler. Lehrer, Kochfrauen, die Sozialarbeiterin, die Putzfrau, der Gärtner und der Hausmeister.
Alle diese Menschen brauchen tagtäglich Wasser.
Die Schule benötigt Trinkwasser für die Schüler, Wasser zum Händewaschen vor dem Essen, Wasser zum Händewaschen an den Toiletten, Wasser zum Kochen des Essens, Wasser für die Bewässerung des schuleigenen Gartens, Wasser zum Saubermachen der Gebäude und der Toiletten und Wasser für Bauarbeiten, um nur einige zu nennen.
Die Menschen des Sozialprojekts benötigen ebenfalls Trinkwasser, Wasser für die tägliche Körperhygiene, Wasser zum Waschen der Kleidung, Wasser zum Kochen, Wasser für ihren Gartenteil mit dem sie sich teilweise selbst ernähren, Wasser für die Produktion der Seife, Wasser an ihren Verkaufsständen für die Gäste usw.
In der Trockenzeit wird außerdem sehr viel Wasser benötigt um das ca. 7.000m² große Gelände mit Wasser zu benetzen um den Staub am Boden zu halten. Viele Kinder haben während dieser z.T. auch sehr windigen Zeit Probleme mit den Augen, da zu viel Staub in die Augen gelangt.
Die Schule besitzt einen einzigen Brunnen, der mit einer Handpumpe betrieben wird. Es ist zunächst sehr aufwendig und mühsam, die große Menge an Wasser zu pumpen. Anschließend muss das Wasser an Plastikcontainer an verschiedenen Stellen auf dem Gelände verteilt werden. Hierzu werden 10 Liter und 20 Liter Eimern von den Angestellten an die jeweiligen Stellen geschleppt. Es gibt zwei Handwaschstationen, eine Trinkwasserstation und die Toiletten, deren Handwaschbecken in der Regel neben Regenwasser auch noch aus dem Brunnen mit Wasser versorgt werden müssen. Die Anbauflächen für Gemüse und Obst sind auf dem ganzen Gelände verteilt, die Aufgabe diese zu Bewässern führt an trockenen Tagen zu einem mehrstündigen Pump-Trage-Bewässerungs-Marathon für die Schüler.
Um den gesamten Wasserbedarf der Schule und des Sozialprojekts genauer einschätzen zu können haben wir drei Tage lang von morgens bis abends die Wasserentnahme am Brunnen protokolliert. Das sehr regnerische Wetter an den drei Tagen hat dazu geführt, dass die bisher ermittelten Zahlen (vgl. Bild links) den Minimalbedarf der Schule darstellen. Weitere Messungen werden für eine belastbare Anzahl an Stichproben benötigt und werden verschiedene Wetterlagen abdecken.
Zur Abschätzung wie anstrengend das Pumpen ist, haben wir den Kraftaufwand beim Pumpen vermessen und Matthias hat selbst einen ganzen Vormittag lang das Pumpen übernommen. Es ist sehr anstrengend und die Anstrengung für die Verteilung auf dem Gelände geht noch weit darüber hinaus.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Leben ohne fließendes Wasser sehr anstrengend ist und fließendes Wasser für eine Einrichtung dieser Größe eine Grundvoraussetzung für die Verbesserung der hygienischen Verhältnisse ist.