18. bis 21.11.2009 - SCHALUNG+BETON UND FERMENTER-GASRAUM-ANSTRICH

18. bis 21.11.2009 - SCHALUNG+BETON UND FERMENTER-GASRAUM-ANSTRICH

An der Anlage führen wir Schalungs- und Betonarbeiten durch und streichen den Gasbereich im Inneren des Fermenters.

Damit die Arbeiten an der Anlage in dieser und der kommenden Wochen koordiniert ablaufen können, ist für Mittwoch Nachmittag ein Termin mit den aus der Genossenschaft beteiligten Personen vereinbart. Dazu machen Ralf und ich am Vormittag einen ordentlichen Arbeitsplan und notierten, wo es noch Diskussionbedarf gibt. Außerdem wird eine ausführliche Materialliste angefertigt, bei der es zu klären gilt, was von der Genossenschaft selbst besorgt und bereitgestellt werden kann, und was die Ingenieure Ohne Grenzen beisteuern. Bei dem Treffen kann ich leider nicht anwesend sein, da sich auch die Gemeindeverwaltung von San Pedro Puxtla für das Thema Abwasser und Abfall interessiert und ich daher gebeten wurde, meinen Vortrag auch dort zu halten. In dieser kleinen Stadt liegt das Augenmerk vor allem auf dem Abwasser, welches das Flusswasser der Unterlieger verschmutzt.

Aus der Besprechung vom Mittwoch haben sich noch einige Sachen ergeben, die wir am Donnerstag Morgen in einerm Baumarkt besorgen bzw. vorbestellen. Darunter Zement und die Gasleitung (in Form eines Schlauchs). Mit den Sachen, die im Baumarkt auf Lager sind, können wir dann nach einer Stunde zusätzlicher Wartezeit – zur vereinbarten Lieferzeit war der Laden geschlossen – schließlich mit dem Materialtransport zur Baustelle fahren. Heute begleitet uns Aníbal (ADEMUZA/APOKAM), der mit Ralf zusammen den gasdichten Bitumen-Anstrich des Fermenterinneren übernimmt. Damit die beiden durch die Lösungsmitteldämpfe der Farbe nicht der Muttersprache verlustig werden, hat Ralf mit dem Ventilator aus dem Schlafzimmer ein 1A Frischluftsystem am Fermenter installiert.
Die übrige Baumannschaft, noch verstärkt durch Meme und ein Genossenschaftmitglied, widmet sich dem Einbau der Pfosten für die geplante Gasspeicherführung. Zufrieden gönnen wir uns abends ein „Gutes Bier“.

Da uns trotz Einkaufsliste immer wieder Sachen auffallen, die noch benötigt werden, sind wir auch am Freitag nochmals Gast in dem Baugeschäft unseres Vertrauens. Der Schlauch ist zwar immer noch nicht da, aber dafür bekommen wir sonst alles, was wir brauchen, und den Transport auch noch dazu. Ralf nimmt einen zweiten Anstrich im Inneren des Fermenters vor, und außen werden die Schalungen für das Einbetonieren der Rohre zusammengenagelt. Die Sonne geht wie immer recht früh unter, sodass die Betonierarbeit noch für den Samstag Vormittag übrig bleibt. Abends gehts auf ein paar leckere Pupusas in die „Pupuseria 2000“.

Am Samstag sind wir früh in El Jícaro, um mit dem Beton vorwärts zu kommen. Bei den Arbeiten fällt uns auf, dass das eingebaute Drainagerohr zur Entleerung des Fermenters wohl doch etwas mickrig ausgefallen war. Deshalb meißelt Ralf kurzentschlossen das Rohr aus der ca. 30 cm dicken Wand heraus und schafft Platz für ein doppelt so großes. In der Zeit fixiere ich die Außenschalungen mit Bambusstäben. Gleiches bewerkstelligt Ralf im Fermenterinneren. Da der Einstieg (Mannloch) schon in den Genuss der Bitumenfarbe gekommen ist, kann man praktisch nicht mehr ohne Kontakt mit der noch nicht ausgehärteten Farbe ins Innere gelangen. Dementsprechend hat Ralf überschüssige Farbe schnell an Armen und Beinen anhaften; eine ziemliche Sauerei, mit der mit Wasser und Seife kaum beizukommen ist. Gegen 17 Uhr haben wir alle Schalungen mit Beton gefüllt und auch das neue Drainagerohr von Innen mit Beton fixiert. Also wieder ein erfolgreicher Tag, wenn jetzt nicht übers Wochenende eine Kuh die Bambusstäbe der Schalungen umrennt...