26. bis 28.11.2009 - LETZTE VORBEREITUNGEN - INBETRIEBNAHME - FERMENTERBEFÜLLUNG
Die Arbeiten an Fermenter und Gasspeicherfässern werden abgeschlossen. Der Fermenter wird mit Substrat - einer Mischung aus Kuhmist und Molkereiabwasser - befüllt.
Am Donnerstag sind wir wieder in El Jicaro aktiv, wobei Niklas kreislaufbedingt einen Gang runterschalten muss. Während er sich um die Fertigstellung der Zu- und Ablaufrohre kümmert, verpasst Aníbal den Gasspeicherfässern einen erneuten Schutzanstrich mit weißer Farbe, und Ralf ist ein allerletztes Mal mit stinkender Bitumenfarbe im Fermenterinneren bzw. an der Mannloch-Abdeckung zu Gange. Das abschließende Ausfegen des Fermenters – der Sand soll ja schließlich möglichst komplett raus – führt bei Ralf für Husten und Keuchen und eine (gefühlt millimeterdick) staubbelegte Brille. Trotz Schutz und Ermüdung ein konstruktiver Tag.
Freitag muss Niklas feststellen, dass sich zur Erschöpfung der Vortage zu allem Überfluss über Nacht ein Ausschlag am Oberkörper breit gemacht hat, weshalb Ralf gemeinsam mit Aníbal alleine in El Jicaro durchstartet. Dort wird der Gasspeicher zum letzten Mal gestrichen, und die Schläuche zum Transport des Gases vom Gasspeicher bis zur Käserei werden am Führungsdraht mittels Schlauchschellen befestigt. Das Entleerungsrohr des Fermenters wird von außen mittels Abschlusskappe und einem Holzbrett gesichert, sodass ab sofort die Befüllung des Behälters möglich ist. Zu guter letzt wird an das Substrat-Zulaufrohr der 45°-Bogen sowie ein daran angeschlossenes, kurzes vertikales Rohrstück abgebracht. Dort hinein wir im Relgelbetrieb künftig das angemischte Substrat über einen großen Trichter eingefüllt.
Am nächsten Morgen ist es dann auch soweit: Samstagvormittag um 11 steht ein kompletter Pickup vollgepackt mit Mist auf dem Hof – ein „Bild für Götter“! Im Mischungsverhältnis von etwa 1:1 werden von Ralf und einer Handvoll Mitarbeitern der Genossenschaft Molkereiabwasser und Mist in einem 200-Liter-Fass angemischt, und von den Helfern der Genossenschaft durchs noch offene Mannloch mittels Einmern in den Fermenter gefüllt. Eine echte Sch(w)eißarbeit, aber zur Inbetriebnahme der Anlage gibt’s hier vor Ort leider keine praktikable Alternative. Als vorbereitende Arbeit vor der als nächstes anstehenden Installation der Gasspeicherfässer loten Ralf und Aníbal aus, wo das Holzbrett zur Fixierung der vertikalen Führungsrohre unten im Speicherbehälter platziert werden muss. Durch Zuhilfenahme einer Schnur mit Gewicht und der Augenpeilung von Aníbal sind wenig später sowohl das Brett am Boden des Speicherbehälters eingesetzt als auch die Stellen angezeichnet, wo im horizontalen Holzbalken oben die beiden Metallrohre als Gegenstück zum Holzbrett unten eingeführt werden müssen. Somit kann es nächste Woche also losgehen mit der Speicherung der Gasproduktion der folgenden Tage – vorausgesetzt dass am Montag alle mit anpacken werden, um die Gasspeicherfässer im Speicherbehälter zu versenken…