10. bis 12.12.2009 - LETZTE ARBEITEN UND PROJEKTABSCHLUSS VON DEUTSCHER SEITE

10. bis 12.12.2009 - LETZTE ARBEITEN UND PROJEKTABSCHLUSS VON DEUTSCHER SEITE

Ralf ist gemeinsam mit freiwilligen Helfern unserer Partnerorganisation nochmals drei Tage lang für abschließende Arbeiten vor Ort aktiv. Leider stellt sich heraus, dass der Wassertank zur Aufnahme der Gasspeicherfässer undicht ist und nachträglich abgedichtet werden muss. Ansonsten ist die Arbeit von Seiten der INGOG soweit abgeschlossen und alles so vorbereitet, dass die Nutzung des Biogases als ökologischer Brennstoff von der Käserei genutzt werden kann.

Donnerstag: Nach meiner Rückkehr aus Mexiko ist der Korb mit Steinen als Gegengewicht angebracht, aber der Behälter noch nicht mit Wasser gefüllt, d.h. es hat sich in der Zwischenzeit wohl niemand aus der Genossenschaft so um die Anlage gekümmert, wie ich vorher per Mail angefragt hatte. Es hat noch keine Akkumulation von Biogas stattgefunden, und beide Fässer stehen noch am Grund des Speicherbehälters, was im Nachhinein betrachtet aber zu erwarten war, da die Mischung seine Zeit braucht, bis sich die Bakterien vermehrt und auf anaerobe Dauerleistung eingestellt haben. Nach Bestandsaufnahme und Besichtigung der Käserei besorgen Aníbal und ich restliches Baumaterial in der Stadt und lassen es mit einem Mototaxi zur Genossenschaft bringen. Bis zum Sonnenuntergang ist der Gasspeicherbehälter voll mit Wasser. Wir führen weitere Vorbereitungen fürs Anbringen des Überlaufbehälters für Kondensatabscheider durch, und Kalken die Substrataustrittsstelle unterhalb des Drainagerohrs (dort soll morgen Zement zur Abdichtung angebracht werden). Die Fixierung des Gasschlauchs mit Bambusstab wird mittels Schlauchbindern verbessert. Abends bereite ich eine Seite mit den wichtigsten Punkten zur Durchführung der Wartungsarbeiten an der Anlage vor, die wir bei den für morgen angesetzten Gesprächen mit Projektbeteiligten durchgehen wollen.
Freitag: Die für 10 Uhr angesetzte Versammlung zur Einweisung der zukünftig Involvierten kann nicht stattfinden, da die meisten Personen gerade anderweitig beschäftigt sind und der Direktor der Genossenschaft ebenfalls außer Haus ist. Keine besonders guten Vorzeichen, auch wenn wir mitgeteilt bekommen, dass eine Versammlung mit einigen Projektinvolvierten am Nachmittag stattfinden kann. Also doch erstmal weiter mit unseren Aufgaben an der Anlage – aber, au wei – der Wasserspeicher leckt wie Sau, Wasserstand ist um gut 40 cm abgesunken über Nacht! Offensichtlich sind die Backsteine zu porös, um das Wasser zu halten, und die innenliegende Zementschicht weißt zu viele durchlässige Risse auf. So ein Mist aber auch, das hätten die Leute von der Genossenschaft im Vorfeld wissen sollen. Ein größerer Akt ist der Austausch der Umlenkrollen oberhalb des Gasspeichers: Die bisher eingesetzten sind zu klein, um ein Gegengewicht von bis zu 100 kg zu tragen, ohne dass wir mit der Zeit Materialermüdung befürchten müssen. Nachdem die neuen, massiven Rollen befestigt sind und ein stabileres Drahtseil durchgespannt ist, befestigen wir den Korb mit den Steien als Gegengewichte nochmals neu und setzen die Steine zur Beschwerung ein. Gegenüber dieser Aktion stellt es zumindest kein Problem dar, die Überlaufflansche am Kondensatabscheiderschlauchende zu befestigen, sowie ein Stück Wellblech als Wetterschutz oberhalb der Gasspeicherfässer zu montieren. Aníbal zementiert den unteren Bereich des Drainageabflussrohrs nochmals aus, da unterhalb des Rohrs zuvor kleine Mengen Substrat ausgetreten sind und sich dort schon die Fliegenlarven (böäh) vermehrt hatten. Zu guter letzt bohrt Meme in der Käserei am Kocher ein Loch vor, durch das ich morgen den heute früh vorbereiteten Brennerkopf installieren kann, sodass die Leute von der Käsezubereitung sowohl mit Biogas als auch weiterhin mit Propan kochen können.
Samstag, letzter Projekttag: In der Käserei von El Jícaro wird der Biogas-Brenner am Kocher zur Käseherstellung installiert, indem das am Tag zuvor vorbereitete Rohr mit Rohrschellen fest direkt neben dem Brennerkopf für Propan festgemacht wird. Den Biogas-Schlauch verlege ich in der Käserei oben an der Wand entlang so, dass der Schlauch in der Ecke des Raums, wo der Kocher steht, nach unten verläuft. Der Schlauch wird über den Rohrnippel gezogen, der mit Kugelhahn verbunden ist, über den künftig die Gaszufuhr eingestellt werden kann. Weitere kleinere Arbeiten: Anzeichnen des Minimal- und Maximalfüllstands der Kondensatfalle, Arretierung der Bambushülse an der Rührwerkskurbel. Anlässlich meines letzten Tages in El Jícaro lade ich meine Gastfamilie und Mitglieder unserer Partnerorganisation ADEMUZA/APOCAM zum Fisch essen im Tourismus-Areal der Genossenschaft ein. Im Anschluss daran erkläre ich nochmals allen die Anlage von A-Z und äußere die Hoffnung, dass durch die Fortführung der Zusammenarbeit zwischen APOCAM und El Jícaro so schnell wie möglich eine Lösung gefunden wird, um das Problem der Wasserdurchlässigkeit des Gasspeichertanks in den Griff zu bekommen. Ansonsten ist nun soweit alles vorbereitet, dass das Biogas in der Käserei genutzt werden kann.