Gestión de Projectos - Der Kurs Projektentwicklung am Instituto Sayarinapaj
Wer mit Entwicklungszusammenarbeit im Allgemeinen und unserem Projekt im Speziellen vertraut ist weiß, wie wichtig in diesem Zusammenhang der Aspekt der Bildung ist: Nicht allein der Fortschritt in der Technologie zählt, sondern vor allem die Verankerung von Wissen über deren Funktionsweise und Wartung in der lokalen Bevölkerung sorgt für nachhaltige Veränderungen. Oder kurz: Bildung bleibt!
Deshalb waren wir besonders gespannt, was der Lehrer unseres Kurses dieses Jahr aus dem Unterricht machen würde. Letztes Jahr musste er sich zunächst noch in das Thema einfinden. Um ihm jetzt mehr Freiheit zu geben, haben wir im Vorfeld beschlossen, den Unterricht vergleichsweise passiv zu begleiten und lediglich Tipps und Feedback zu geben. Denn da Omar nach unserer Einschätzung jung und motiviert ist, hat er das Potenzial, sowohl Inhalte als auch Methoden gut rüberzubringen und den Kurs zu rocken.
Die erste Unterrichtseinheit beginnt am Freitag, den 08.04., um 8 Uhr morgens – oder auch etwas später, wenn man das „akademische“, sprich bolivianische, Viertel einplant. Es ist die Einführungsveranstaltung und behandelt hauptsächlich Konzepte zur Bedürftigkeitsermittlung – eher trockene Themen, denen erfahrungsgemäß weder Schüler noch Lehrer besonders viel abgewinnen können. Doch wir werden positiv überrascht: die Schüler sind – auch dank Omars auflockernden Beispielen – sehr motiviert, und lassen sogar ohne (großes) Murren ihre eigentlich wohlverdiente Pause ausfallen, damit die letzten Aufgaben noch geschafft werden können!
Optimistisch gehen wir so eine Woche später in die zweite Unterrichtseinheit: Recherche und Physik stehen an. Die Recherche zu den Teilkomponenten des Ofens liefert trotz einigen technischen Problemen mit Computern und Internet beeindruckende Ergebnisse, und die Schüler beweisen in ihren Kurzpräsentationen großes physikalisches Verständnis und ein gewisses Gefühl für Präsentationen – eine meilenweite Verbesserung im Vergleich zum letzten Jahr! Und bei den Experimenten zu den physikalischen Effekten gehen sie Omar begeistert zur Hand und warten mit überwiegend korrekten Erklärungen für ihre Beobachtungen auf.
Nach den ersten beiden Unterrichtsstunden zu urteilen, scheint das Konzept, mehr Verantwortung an den Lehrer abzugeben, aufzugehen. Omar übernimmt in der Vorbereitung eine immer aktivere Rolle ein und bringt den Unterricht souverän über die Bühne, wobei er es auch schafft, die Schüler zu motivieren. Von unserer Seite ist nur noch ein kleiner Input nötig – genau das, was wir wollen, damit das Projekt auf eigenen Beinen stehen kann. Und damit schauen wir freudig gespannt auf die weiteren Unterrichtsstunden und in Zukunft eine Fortsetzung des Kurses am Instituto!