Malawi-Projekt - Implementierung - Teil 3 - Installation der PV-Anlage und Probleme bei der Grundwassersuche

Malawi-Projekt - Implementierung - Teil 3 - Installation der PV-Anlage und Probleme bei der Grundwassersuche

Unsere dritte Woche hier in Malawi startet mit einer unerfreulichen Neuigkeit für das Wasserteilprojekt. Nachdem beide Bohrungen der Vorwoche erfolglos waren, verlässt die Bohrfirma ohne große Erklärungen die Baustelle mit samt Equipment und allen zehn Mitarbeitern. Für sie ist unser Projekt mit nur einem Brunnen und darüber hinaus in der als äußerst wasserarm bekannten Provinz Kasungu wohl einfach nicht profitabel genug. Dank der „No Water, no pay“-Klausel im Vertrag zahlen wir zwar nichts für die beiden gescheiterten Bohrversuche, aber das Ziel ist und bleibt selbstverständlich einen funktionierenden und nachhaltigen Brunnen für die Schüler der Chambala Schulen zu bauen.

Die Notwendigkeit eines nahegelegen Brunnens zeigt sich für uns an jedem Tag deutlicher auf. Um den Wasserbedarf zum Trinken und Händewaschen während der Unterrichtszeit zu decken, werden von den Schülern große Wasserbottiche an den Schuleingängen befüllt. Das Wasser hierfür stammt aus dem ungefähr 1km entfernt liegenden Dorfbrunnen. So sehen wir häufig, dass auch schon die jüngsten Schüler große Wassereimer auf ihren Köpfen balancieren und so wertvolle Unterrichtszeit verpassen. Aufgeben ist für uns allerdings trotz der Ernüchterung über die trockenen Bohrlöcher und den Verlust unserer Bohrfirma keine Alternative und wir beginnen unmittelbar mit der Suche nach einem neuen Partner.

Ganz im Gegensatz zum Wasser- geht beim Stromteilprojekt nach Vertragsunterzeichnung mit der Partnerfirma alles zügig und problemlos. Aufgrund der Verzögerung im Wasserteilprojekt, sind wir vier erstmalig gezwungen uns aufzuteilen: Christian und Stefan bleiben in Lilongwe, um möglichst schnell eine neue Bohrfirma zu finden, während Marlon und Elena die Bauarbeiten an der Solaranlage begleiten. Bereits zwei Tage nach Vertragsunterzeichnung geht es in der Fahrerkabine eines klapprigen Trucks auf nach Chikhosi, die Solaranlage sowie das dreiköpfige Solarteam sicher auf der Ladefläche verstaut. Während Elena und Marlon nach Ankunft noch immer über ihre schmerzenden Rücken jammern, beginnen die Arbeiter unmittelbar mit dem Aufbau der Solaranlage. In einem beeindruckenden Tempo werden die Solarmodule ausgerichtet und montiert, Kabel verlegt, Steckdosen und Lampen angebracht, Wände verputzt sowie Sicherheitsboxen für die Batterien zusammengenagelt. Besonders beeindruckt sind wir von Mercy, der einzigen weiblichen Kollegin im Team. Mercy spricht nicht nur perfektes Englisch, sondern ist auch Absolventin einer 3-jährigen technischen Hochschulausbildung. Nach den bisherigen Begegnungen mit malawischen Frauen, von denen nur wenige überhaupt englisch sprachen oder einer Arbeit nachgehen, ist dies eine echte Besonderheit.

Schon am zweiten Tag der Bauarbeiten können wir die fertig installierte Solaranlage bewundern. Pünktlich zum Sonnenuntergang gegen 18 Uhr sind wir Zeuge wie die Bibliothek der Secondary School erstmalig in hellem Licht erstrahlt. Darüber hinaus wurden Lampen im Lehrerzimmer, sowie an der Rückseite des Gebäudes und im Eingangsbereich angebracht. Diese erfreuen besonders den Sicherheitsmann der Schule, der Nacht für Nacht in dicker Winterjacke auf einer alten Schulbank am Eingang sitzt, die kostbaren Lehrmaterialen der Schule bewacht und somit wohl am meisten von der neuen Außenbeleuchtung profitiert. Außerdem kommen wir selber mit als Erste in den Genuss, unsere Mobiltelefone an den frisch montierten Steckdosen aufladen zu dürfen. Zur Freude aller funktioniert alles fehlerfrei und die Chambala Secondary School wird von nun an mit Hilfe der Sonne mit Strom versorgt!

… und wie’s mit dem Wasser weiterläuft erfahrt ihr im letzten Blog