Zweiter Tag: Träumst du nicht, wenn du schläfst?

Zweiter Tag: Träumst du nicht, wenn du schläfst?

31.10.2016

Am heutigen Tag erwarten uns viele Termine. Wir fahren zuerst zur Schule, an der Jacques unterrichtet. Dort werden wir durch die Schulleiterin herzlich empfangen und sie zeigt uns das Schulgelände, das vor zwei Jahren gebaut wurde. Es gibt zwei Gebäude, ca. 1100 Kinder, die hier zur Schule gehen. Die Schulklassen sind jeweils mit knappen 50 Kindern gefüllt. Nächstes Jahr sollen es mehr werden, da die dritte Klasse entfallen wird. Kaum vorzustellen, dass hier Fremdsprachen beigebracht werden sollen.

Bei unserem Abschied bekommen wir von der Schulleiterin eine Urkunde für unseren Aufenthalt, wir tragen uns ins "livre d'or" ein und machen noch ein Abschiedsfoto. Wir haben es eilig, der nächste Termin ist die deutsche Botschaft. Wir erreichen die Botschaft pünktlich, der Botschafter lässt uns jedoch warten und schickt seinen Stellvertreter. Wir unterhalten uns über die Arbeit von ALKA und IOG, er begrüßt es, dass in der Ostregion Projekte dieses Formats stattfinden und wünscht uns eine gute Reise. Mit einer halben Stunde Verspätung erreichen wir die GIZ. Die GIZ ist verantwortlich für die Verteilung der Gelder für die Entwicklungszusammenarbeit des deutschen Staates. Wir hatten eigentlich einen Termin mit der Leiterin, diese war jedoch schon wieder weg. Wir treffen die beiden Verantwortlichen für das GIZ Projekt "Programm für Migration und Entwicklung". Sie bieten eine Plattform für Rückkehrende, die sich in der kamerunischen Wirtschaft festsetzen wollen. Derzeit betreut die GIZ keine Projekte für Wasser- oder Sanitärversorgung im ländlichen Raum. Wir werden darauf hingewiesen, dass diesen Abend ein Informationsabend von und für Rückkehrer stattfinden wird. Wir schreiben uns diesen Termin auf unseren Kalender.

Nach der GIZ haben wir einen "Überraschungstermin" bei ACK, dem Alumni Club Kamerun. ALKA und ACK sind beides Vereine des KBK, des Koordinationsbüro Kamerun. Wir treffen Claudine und Alexis. Claudine studierte in Deutschland und arbeitete dort in der Pharmazie, Alexis ist Bauingenieur und verbrachte insgesamt 15 Jahre in Deutschland. Claudine betreibt eine Apotheke, in deren Hinterzimmer wir uns treffen. Wir sprechen über die Arbeit von IOG und die Rolle der Rückkehrervereine. Wir unterhalten uns kurz zwei Stunden über die Politik und Gesellschaft des Landes. Nach außen wird gelacht, innerlich weinen wir.

Wir haben noch ein wenig Zeit, bevor wir unserer "Einladung" bei der GIZ wahrnehmen. Wir machen eine kleine Mindmap mit Jacques um die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Rückkehrervereinen transparenter zu machen.

Am Abend treffen wir wiederholt bei der GIZ ein. Wir hören zwei Vorträge: Einen über die Forschung im Feld von digitalen Anwendungen und der andere über die Versorgung der Stadt mit Propangas in pinken 11,5 kg Flaschen. Nach den Vorträgen gibt es ein Buffet und wir bekommen kurz die Möglichkeit uns bei der Leiterin der GIZ für unsere Abwesenheit heute Mittag zu entschuldigen und unterhalten uns noch kurz über Rückkehrervereine. Wir stellen Jacques und Franklin vor. Anschließend tauschen wir noch ein paar Worte mit dem Botschafter aus und laden ihn zur Radiosendung "Deutschfreund 2" ein. Er würde die Einladung gerne wahrnehmen.

Die erfreuliche Nachricht des Tages: Eriks Rucksack ist im Flughafen aufgetaucht. Steve ist wieder unser Fahrer. Am Flughafen, darf sich Erik einen der vielen Kofferoder Rucksäcke aus dem Lager mitnehmen, er entscheidet sich aber dafür, seinen eigenen mitzunehmen.

Nach einem langen Tag erreichen wir wieder unser neues Zu Hause.