Enttäuschung und neue Hoffnung
15.11.2016 Ereignisreiche Monate für Nepal und das Projektteam liegen hinter uns!
Planung einer kleinen Gesundheitsstation
Nach der Erkundung im Projektort Lurpung im September 2015 hatten wir – trotz der bereits berichteten Unsicherheiten wegen andauernder Behinderungen des Verkehrs und der Versorgung im Land durch Proteste und eine Blockade an der Grenze nach Indien seit September 2015 – unsere Planung für den Wiederaufbau bzw. die Sanierung der Häuser in erdbebensicherer Bauweise weiter vorangetrieben.
In engem Kontakt mit der örtlichen Partner-NGO Himali Village Care (HVC) und den Bewohnern war es uns schließlich gelungen, ein von allen akzeptiertes erstes Objekt zu finden, das als Musterhaus für einen erdbebensicheren Wiederaufbau dienen sollte. Geplant war eine kleine Gesundheitsstation (Health post) im benachbarten Dorf Dhokarpa, das relativ zentral in unserem Projektgebiet liegt, als Ersatz für ein viel zu kleines und beschädigtes Vorgängergebäude dort. Hierfür hatte HVC die mündliche Zusage vom Distrikt, und wir hatten die Ausführungsplanung bereits weitgehend fertiggestellt.
Im Sommer 2016 erlebten wir dann eine herbe Enttäuschung als wir erfuhren, dass eine andere nepalesische NGO den Zuschlag für eben diese Station an dem vorgesehenen Standort erhalten hatte. Ein anderer Standort für eine solche Gesundheitsstation bot sich in unserer Zielregion leider nicht an. Somit mussten wir unsere Planung hierfür schließlich wieder verwerfen.
Ein neues Demonstrationsobjekt - Lehrerhaus
Als neues Demonstrationsobjekt für die Unterweisung in erdbebensicherem Bauen planen wir nun stattdessen ein Lehrerhaus für die Secondary School in Lurpung. Dieses soll helfen, die Lehrer der Schule durch eine bessere Unterbringung längerfristig an den Standort zu binden und zudem, durch Verlagerung einiger Funktionsräume aus der Schule in das neue Gebäude, mehr Platz für Unterrichtsräume schaffen.
In zeitlich enger Folge an den Muster-Neubau ist sodann die Mustersanierung eines sanierfähigen Gebäudes im Dorf geplant, das bereits aufgrund der Erkundungsergebnisse ausgewählt wurde. Hieran soll, gemeinsam mit den Bewohnern, das Vorgehen bei der erdbebensicheren Sanierung erprobt werden.
Die ursprüngliche Zeitplanung für die Umsetzung unseres Vorhabens vor Ort musste wegen der lange andauernden Versorgungskrise im Land verschoben werden, die von Ende 2015 bis ins erste Quartal 2016 anhielt. Nach Ende der Krise hat sich die Situation im Land inzwischen wieder normalisiert, sodass unsere Planung voranschreitet. Nach Erteilung der Baugenehmigung ist der Beginn der Realisierung für Anfang 2017 vorgesehen.
Schwierige Bedingungen im Land - verunsicherte Menschen
Eine Folge der langen Zeitverzögerung aufgrund der Versorgungskrise ist, dass die meisten Häuser wegen der Erdbebenschäden weiterhin unbewohnbar sind oder nur notdürftig genutzt werden können. Daher ist es nur verständlich, dass viele Menschen längst angefangen haben, ihre Häuser notdürftig zu reparieren, ohne dabei – aufgrund fehlender Finanzmittel – auf Maßnahmen zur Verbesserung der Erdbebensicherheit achten zu können.
Obendrein hat die nepalesische Regierung auch noch eine Verordnung erlassen, wonach Erdbeben-geschädigte Bürger nur dann eine finanzielle Unterstützung für die Instandsetzung ihrer Wohnungen bekommen (200.000 Rupees – ca. 1.720 EUR), wenn sie hierfür nicht außerdem Unterstützungsleistungen von im Land tätigen Hilfsorganisationen (NGO) in Anspruch nehmen. Finanzielle Zuwendungen von NGOs sind ebenfalls limitiert.
Dies alles erfordert von uns eine gut durchdachte Planung unserer Hilfsmaßnahmen.
Vielen Dank für Ihre weitere Unterstützung unserer Arbeit, die jetzt erst richtig losgeht und
ein herzliches "Namaste" vom Projektteam!