Uganda: Sanitärversorgung für die St.-Mark-Kikandwa-Grundschule

UDDT von vorne

Uganda: Sanitärversorgung für die St.-Mark-Kikandwa-Grundschule

Sichere Sanitärversorgung für die Kinder der St.-Mark-Kikandwa-Grundschule.

Partnerorganisation:
Suubi Community Projects
Projektphase:
  • Planungsphase
  • Umsetzungsphase
  • Abgeschlossen
Planungs­phase
Umsetzungs­phase
Abge­schlossen
Gesamtbudget:
ca. 130.000,00 Euro
Standort:
Uganda
Projektzeitraum:
bis
Themen:
Wasser- und Sanitärversorgung
Nachhaltigkeitsziele:
(SDGs der UN)
Projektleitung:
Lara Bergfelder und Luisa Fuest
Foto der Schule

Ausgangssituation

4,2 Milliarden Menschen leben weltweit ohne sichere Sanitärversorgung. Dabei ist der Zugang zu Wasser- und Sanitärversorgung ein Menschenrecht und als UN-Nachhaltigkeitsziel verankert. Trotzdem sind Durchfallerkrankungen wie Cholera weiterhin Folgen des mangelhaft ausgebauten Zugangs zu Wasser und Sanitäranlagen, worunter besonders Kinder leiden. 44% der Schulen weltweit haben keine sanitäre Grundversorgung.

Uganda liegt im Osten Afrikas und ist Heimat von 44 Millionen Menschen.
 Die St. Mark Kikandwa Primary School liegt zentral in Uganda, nahe der Stadt Kabimbiri, etwa 60 km von der Hauptstadt Kampala entfernt. Sie ist Lernort für derzeit 971 Schüler:innen in den Klassenstufen eins bis sieben.

Aufgrund der unzureichenden Sanitärversorgung drohte der Schule die Schließung. Deshalb wandte sie sich an die ugandische NGO Suubi Community Projects. 2020 leitete Suubi die Anfrage an Ingenieure ohne Grenzen e. V. (IOG) weiter. IOG ist eine gemeinnützige Organisation, die gemeinsam mit lokalen Partnern Grundversorgung mit Wasser, Strom und Sanitäranlagen sowie Bildungseinrichtungen auf- und ausbaut. Unsere Regionalgruppe in Aachen startete zusammen mit Suubi Community Projects im Dezember 2020 das Projekt, um die Sanitärversorgung an der St. Mark Grundschule zu verbessern.

Skizze einer Trockentrenntoilette mit Trennung von Kot und Urin in den Kammern

Trockentrenntoiletten

Eine praktische und nachhaltige Möglichkeit zur Sanitätsversorgung bieten Trockentrenntoiletten. Sie funktionieren ganz ohne Wasser- und Stromanschluss. Beim Toilettengang werden Urin und Kot direkt getrennt. Sie gelangen in unterschiedliche Behälter unterhalb der Toilettenkabinen. Der Urin wird in Kanistern aufgefangen, welche regelmäßig in einen großen IBC-Tank geleert werden können. Der Kot wird mit natürlichem Deckmaterial wie Asche bestreut und in Kammern gelagert, wodurch Gerüche reduziert und der Trocknungsprozess unterstützt wird. Nach einer entsprechenden Kompostierungs- und Lagerzeit können die Ausscheidungen zum Düngen der Felder genutzt werden.

So entsteht ein geschlossener, ökologischer Kreislauf: Wertvolle Ressourcen werden wiederverwendet und Felder, in unserem Fall insbesondere der Schulgarten, können nachhaltig und kostengünstig bewirtschaftet werden.

Projektbeschreibung

Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort, ein passendes Sanitärsystem an der Schule einzurichten. Dadurch kann die Häufigkeit von Krankheiten, die sich durch unzureichende Sanitärversorgung  ausbreiten, verringert werden. Dies trägt auch dazu bei, dass die Kinder weniger Fehlzeiten durch Krankheiten haben und ihnen so eine bessere Bildung ermöglicht wird.
 Weiterhin planen wir das Wissen über Hygiene bei Schüler:innen und Lehrkräften zu stärken und die langfristige Sanitärversorgung der Schule durch regelmäßige Wartungen der Toiletten von geschultem Fachpersonal zu sichern.
 Unser Projekt soll dazu beitragen, das sechste UN-Nachhaltigkeitsziel zu erreichen, allen Menschen einen Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäreinrichtungen zu gewährleisten. So wollen wir die Bildungschancen der Kinder verbessern.

 

Projektablauf

Für die Erkundung der Schule im Oktober 2021 konnten wir aufgrund der Corona-Pandemie nicht selbst nach Uganda reisen. Deshalb besichtigte die NGO Engineers Without Borders USA von ihrem Field Office in Uganda aus die Gegebenheiten vor Ort. Im Vorfeld erarbeiteten wir zahlreiche Fragen zur Situation an der Schule, zu den von den Verantwortlichen wahrgenommenen Problemen bezüglich der Toiletten und den verschiedenen Stakeholdern. Außerdem planten wir, vor Ort verschiedene Proben in einem Labor auswerten zu lassen. Engineers Without Borders USA erhob für uns alle gewünschten Daten und stellte in einem Gespräch mit den Stakeholdern mögliche Toilettenarten für den Bau an der Schule vor. Schließlich entschieden wir uns gemeinsam mit den Stakeholdern für den Bau von Trockentrenntoiletten.

Nach dem Assessment und der Entscheidung für die geeignete Technologie haben wir mit der konkreten Planung der Toiletten begonnen.

Da wir für die Erstellung der Baupläne und die Planung der Workshops zur Instandhaltung der Toiletten etwas Vorlauf benötigten, beschlossen wir zur Überbrückung, den vollen Tank der Grubenlatrinen einmalig auspumpen zu lassen. Da vor unserer ersten Implementierung ein höherer Bedarf an Jungentoiletten bestand, planten wir zunächst den Bau eines Toilettengebäudes für Jungen mit sechs Kabinen. Außerdem wurde eine barrierefreie Toilette geplant, die auch von den Lehrkräften genutzt werden kann.

Auch die Implementierung fand wegen der Corona-Pandemie und Ebola-Fällen in Uganda im Dezember 2022 zunächst remote statt, was einen stetigen Austausch und eine gute Beziehung zur Partnerorganisation sehr wichtig machte. Da wir während des Baus nicht vor Ort sein konnten, versuchten wir über Bilder, Videos und Telefonate so viel wie möglich mit unserem Projektpartner Suubi und der lokalen Baufirma zu kommunizieren. Das funktionierte weitestgehend gut, jedoch konnten wir dadurch nicht jeden Schritt im Detail verfolgen. Dies führte zum Beispiel dazu, dass die Baufirma im Gang der Jungentoiletten eine Urinrinne baute, die so nicht in den Plänen vorgesehen war. Das war zwar eine gute Idee, aber es zeigten sich nach dem Bau einige Feuchtigkeitsprobleme in der Zwischendecke, deren Ursache wir aufgrund der baulichen Veränderung dann nicht genau nachvollziehen konnten. Zum Glück legten sich die Probleme nach einiger Zeit von selbst.

Pünktlich zur Bauabnahme waren Reisen nach Uganda wieder möglich, sodass unser Ausreiseteam im April 2023 die Toiletten besichtigen und letzte Änderungen vornehmen konnte. Die Ausreise diente außerdem dazu, die Beziehungen zu unserem Projektpartner und der Schulgemeinschaft zu festigen, weitere Daten an der Schule zu erheben und Workshops durchzuführen.

In der zweiten Implementierung im Oktober 2024 widmeten wir uns dann den Mädchentoiletten. Im Rahmen dieser Phase unseres Projekts errichteten wir an der Schule ein großes Gebäude mit insgesamt zwölf Toiletten und vier Waschräumen für Mädchen. Das Gebäude wurde dabei in drei Bereiche gegliedert, die von unterschiedlichen Altersklassen genutzt werden. Bei der Anzahl der Toiletten orientierten wir uns an den Standards der WHO, die für 45 Schüler:innen eine Toilette vorsehen. Die Technik der in der zweiten Implementierung gebauten Mädchentoiletten entspricht grundsätzlich der der Jungentoiletten, wobei wir unsere Erfahrungen aus dem ersten Bau einfließen lassen konnten.

Neben dem Bau der Toiletten veranlassten wir schon vor der zweiten Implementierung den Bau von zwei Kompostern, die nun während der Ausreise erstmals gemeinsam mit den Caretakern genutzt wurden. Nach einem theoretischen Workshop begannen wir, die Kammern zu entleeren und das Material mit Grünabfällen aus der Umgebung zu kompostieren. Einige Lehrkräfte nutzten dies direkt für praxisnahen Unterricht.

Ähnlich wie zur Ausreise nach der ersten Implementierung führten wir auch dieses Mal wieder Workshops durch. Damit wollten wir sichergehen, dass die Sanitäranlagen langfristig gut funktionieren. Da für die in dieser Implementierung gebauten Mädchentoiletten weitere Verantwortliche ausgewählt wurden, bildeten wir sie zu Caretakern aus. Wir konnten beobachten, dass sie schon während unseres Aufenthalts zunehmend Verantwortung übernahmen und die Inhalte erfolgreich an die Kinder vermittelten.

Unser Projekt mit dem Trockentrenntoiletten überzeugte auch unseren Projektpartner Steven Beingana, der vorher noch skeptisch war. Eigene Recherche und ein Besuch eines vergleichbaren Projekts überzeugten ihn, sodass er mittlerweile einer der größten Befürworter dieser Technologie ist und sich aktiv dafür einsetzt, sie weiter in der Region zu verbreiten.

Auf der Plattform EDU Buildings, die sich hauptsächlich an Menschen richtet, die in Bauprojekte im Rahmen der EZ involviert sind, gibt es ein Video über unser Projekt, indem das Projekt auch vorgestellt wird.

Haben Sie Fragen? Dann kontaktieren Sie uns!

Bergfelder UGA17

Lara Bergfelder

Luisa Fuest

Luisa Fuest

Tim Eschenbach

Tim Eschenbach

Ansprechpartner für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising
tim.eschenbach [at] ingenieure-ohne-grenzen.org (tim[dot]eschenbach[at]ingenieure-ohne-grenzen[dot]org)

Kristin Frank

Kristin Frank

Ansprechpartnerin für Konstruktion

kristin.frank [at] ingenieure-ohne-grenzen.org (kristin[dot]frank[at]ingenieure-ohne-grenzen[dot]org)

Grundversorgung für Schulen

Blog-Beiträge zum Projekt

Bau einer WASHaLOT-Station

Gyebale ko! (Hallo!)

Während unsere Projektarbeit weiter voranschreitet, ist an der St.-Mark-Kikwandwa-Grundschule eine sogenannte „WASHaLOT“- Station in der Nähe der Mädchentoiletten zum Händewaschen aufgebaut worden. Sie konnte durch das Programm „Schulen“ von Ingenieure ohne Grenzen finanziert werden.

Weiterlesen

"Spielen ohne Grenzen" - unser Spieleabend im Chico Mendes

Gyebale ko! (Hallo!)

seit Anfang Oktober können unsere wöchentlichen Gruppentreffen unter Einhaltung der Hygienevorschriften endlich in Präsenz stattfinden, sehr zur Freude der gesamten Projektgruppe. Besonders kann sich das Fundraising- und Öffentlichkeitsarbeitsteam freuen, da wir schon lange darauf warten, das ein oder andere Event zu organisieren. Am 18. November war es dann endlich soweit, weg von Online-Quizabenden und Infoveranstaltungen, konnte der erste Spieleabend in Präsenz stattfinden.

Weiterlesen

Es geht los!

Es geht loooooos!!!! Nach langem Warten und Verschieben startet heute unsere Remote-Erkundung!

Weiterlesen

Ferienakademie Aachen 2021

Gyebale Ko! [Hallo!]

Am 06. Juli packten wir Blumenerde, Gläser, Steine und vieles mehr zusammen und fuhren damit nach Alsdorf in die offene Ganztagsschule zur Ferienakademie.

Weiterlesen