Malawi: Licht und Wasser für Schulen

Malawi: Licht und Wasser für Schulen

Wir stellen zusammen mit unseren Partnern die Brauchwasserversorgung für einen Schulkomplex in der Kasungu Provinz von Malawi sicher und statten die Schulräume der Secondary School mit Licht aus.

Partnerorganisation:
ELDS (Lilongwe, Malawi)
Projektphase:
  • Planungsphase
  • Umsetzungsphase
  • Abgeschlossen
Planungs­phase
Umsetzungs­phase
Abge­schlossen
Gesamtbudget:
ca. 75.000,00 Euro
Standort:
Malawi
Projektzeitraum:
bis
Themen:
Erneuerbare Energien
Wasser- und Sanitärversorgung
Nachhaltigkeitsziele:
(SDGs der UN)
Projektleitung:
Christina Schlangen, Lisa Schmitt

Ausgangssituation

Malawi ist mit Rang 174 von 186 im Human Development Index eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Der Wohlstandsindikator der Vereinten Nationen umfasst in diesem Zusammenhang die Bereiche Bildung, Gesundheit und Einkommen. Dabei beläuft sich die durchschnittliche Schulzeit der erwachsenen Bevölkerung zum jetzigen Zeitpunkt auf 4,2 Jahre, wobei Schulklassen von 80 Schülerinnen und Schülern keine Seltenheit sind.
Des Weiteren ist die Infrastruktur in ländlichen Gegenden nur wenig ausgebaut, sodass eine flächendeckende Stromversorgung der Bevölkerung nicht gegeben ist. Zusätzlich ist die nächste Wasserstelle oftmals mehrere Kilometer von dem zu versorgenden Gebäude oder Dorf entfernt.

Die Chambala Primary und Secondary Schools wurden von der gemeinnützigen abc-Gesellschaft mit Sitz in Essen errichtet. Der Gebäudekomplex der Schule ist an keine Infrastruktur angeschlossen, sodass Licht und Wasser nicht ausreichend zur Verfügung stehen und der Anreiz für gut ausgebildetes Lehrpersonal in den ländlichen Regionen zu unterrichten nicht gegeben ist. Die Schule verfügt zwar über einen Brunnen, dieser liefert jedoch aufgrund der geografischen Lage nur unzuverlässig Wasser. Als Folge werden die zur Verfügung stehenden Mengen an Brauchwasser beinahe ausschließlich zum Kochen und Trinken verwendet, sodass dies zu mangelhaften hygienischen Verhältnissen, besonders an den sanitären Einrichtungen, führen kann. Hinzu kommen die Aufgaben der älteren Kinder, welche tagsüber oftmals auf den Feldern mithelfen müssen, weshalb die Schüler und Schülerinnen den verpassten Unterricht am späten Abend nachholen müssen. 

Projektbeschreibung

Unser Projekt hat zum Ziel, ein durchgängiges und verbessertes Lernangebot an den Schulen durch die Bereitstellung von Sanitäranlagen und einer Stromversorgung zu ermöglichen. Gemeinsam mit den ortsansässigen Verantwortlichen wurden im Rahmen der Erkundung im Jahr 2018 die genauen Ursachen der Mängel ausgewertet und eine Strategie mit den Menschen vor Ort erarbeitet. Diese soll nun mit dem Bau neuer Sanitäranlagen und Waschräumen sowie einer Stromversorgung mittels Photovoltaik zur Beleuchtung der Bibliothek im Zuge der Implementierungsphase umgesetzt werden. Zusätzlich soll die Secondary School mit einer digitalen Bibliothek ausgestattet werden, damit die Schüler und Schülerinnen dauerhaften Zugriff auf eine umfangreiche Lerndatenbank haben.

Aufgrund der zu geringen Anzahl an und des schlechten Zustands der Sanitäranlagen werden für die Implementierung mehrere barrierefreie Toilettenhäuser und Waschräume geplant. Somit möchten wir als Projektgruppe sicherstellen, dass die Schülerinnen und Schüler keine Fehlzeiten im Schulunterricht haben und Schülerinnen während ihrer Periode die Schule besuchen können. Der 2016 implementierte Brunnen und die Sanitäranlagen sollen mit Sickergruben versehen werden, um stehende Gewässer zu vermeiden. Sämtliche Materialien für den Bau werden auf Nachhaltigkeit geprüft und vom lokalen Markt bezogen. Somit ist auch nach Abschluss des Projektes eine eigenständige Weiterführung und Wartung durch die Bevölkerung möglich.

Während der Erkundung 2018 befand sich ein neues Bibliotheksgebäude im Bau. Es fiel auf, dass dieses über keine Stromversorgung verfügt, sodass wir im Rahmen unserer Implementierung ebenfalls auf diesem Gebiet tätig werden möchten. Diesbezüglich ist die Ausstattung mit einer Photovoltaikanlage mit Batteriesystem in Planung. Der Strom soll die Bibliothek mit ausreichend Licht und Steckdosen für Handys und Laptops der Lehrer versorgen. Darüber hinaus möchten wir die Schule mit einer Digitalen Bibliothek mit Lernservern ausstatten, um mehr Lernmaterialien in Form einer Datenbank für alle Schülerinnen und Schüler zugänglich zu machen.

Projektphase 1 - Erkundung

Das Ziel der Ende 2018 durchgeführten Erkundung war es, eine Bestandsaufnahme in den Bereichen Sanitär und Hygiene durchzuführen. Dies sollte Aufschluss über die aktuelle Anzahl, die Lage, den Zustand und die durchgeführten Wartungen der Toiletten geben. Auch die Möglichkeiten zum Händewaschen sowie die eventuell auftretenden Krankheiten durch mangelnde Hygiene wurden evaluiert. Weiterhin sollte überprüft werden, wie die Schülerinnen mit der Monatsperiode und den ihnen zur Verfügung stehenden hygienischen Möglichkeiten umgehen. Dabei war es wichtig herauszufinden, welchen Einfluss dieser Zeitraum auf die schulische Bildung haben kann, beispielsweise durch Fernbleiben am Unterricht aufgrund fehlender Waschräume.

 

Hierbei zeigte sich, dass die Gemeinde bereits deutliche Fortschritte im Bereich der Sanitärversorgung erreicht hat. Das angestrebte Verhältnis von Toiletten zu Schülern und Schülerinnen von 1:25 ist damit jedoch längst nicht erreicht. 
Bei der Untersuchung des Umgangs der Schülerinnen mit der Monatsperiode wurden Unterrichtsfehlzeiten während ihrer Monatsperiode betrachtet sowie Gespräche mit Lehrerinnen und Schülerinnen an beiden Schulen geführt.
Erste Erfolge konnten bereits durch die Ausgabe von Menstruationstassen sowie bei der Durchführung eines Workshops zur Benutzung dieser Tassen in Kooperation mit einem lokalen Partner vor Ort erzielt werden.

Projektphase 2 - Implementierung

Die Implementierung ist für das zweite Quartal 2022 geplant. In dieser Phase sollen sowohl weitere Toiletten mit Waschräumen errichtet werden. Durch die Errichtung von verbesserten Grubenlatrinen mit einem zusätzlichen Ventilationsrohr soll schlechter Geruch und eine Ansammlung von Fliegen verringert werden.

Das Händewaschen wird nicht von allen Schülern nach jedem Toilettengang durchgeführt. Die Folge ist eine erhöhte Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern, die zu Durchfall- und Wurmerkrankungen sowie Haut- und Augenentzündungen führen können. Durch die Verbesserung der Toilettensituation und die Vermittlung des Wissens über die Gefahren in Schulungen und der Einbindung in den Unterricht soll die Ausbreitung von Krankheitserregern reduziert werden.
Auch hierbei liegt der Fokus erneut auf der Einbeziehung der Gemeinde, um einerseits den Wissenstransfer sicherzustellen und andererseits Anreize zu schaffen, dies zukünftig selbstständig weiter auszubauen.

Zusätzlich sollen weitere Workshops zur Menstruationshygiene angeboten werden, da auch zu dieser Thematik ein sehr hoher Bedarf festgestellt wurde. 

Das Projekt ist Teil des Programmes "Grundversorgung für Schulen".

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